Klangliche Vielsprachigkeit

12. März 2007, 23:01
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Operettenparodie nach Franz Lehár: "Land des Lächelns" im Wiener L.E.O.

Der Reiz des Exotischen - wer erliegt ihm nicht? Helga (stimmdiszipliniert Elena Schreiber, in der Doppelrolle auch Li) erliegt ihm. Speziell erliegt sie Prinz Ping Pong (Stefan Fleischhacker mit tenoraler dezenter Kraft) in der tragischen Operettenparodie nach Franz Lehár Land des Lächelns. Liebe, Dramatik, fernöstliches Flair und, ja, auch der Gemütston des Wienerischen findet sich in den Texten von Victor Léon, Ludwig Herzer und Fritz Löhner, deshalb interpretiert das L.E.O. sie nur quasitragisch. Die Schmankerln des Abends wie "Dein ist mein ganzes Herz" sind ganz dem Tenor vorenthalten, Tänze und weitere Spielereien dann vor allem Georg Wacks als Leutnant Wastl. Sogar auf die frühere Chinoiserie "Die gelbe Jacke" wurde eingegangen, indem das wie immer mittuende und mitsingende Publikum dieses Objekt zu transportieren hatte. Immer nur Lächeln hat sich auch Stephen Delaney, Pianist und Conférencier, gesagt. (henn/ DER STANDARD, Printausgabe, 13.03.2007)
L.E.O. 3., Baumannstraße 2, (01) 712 14 27.
20.00 Uhr
  • Artikelbild
    foto: l.e.o.
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