Krise am Hypothekenmarkt

27. März 2007, 14:47
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Probleme mit US-Immobilien

New York - Das Geschäft mit riskanten Hypothekenkrediten an hunderttausende Amerikaner mit geringer Kreditwürdigkeit ist in die Krise geraten. Diese Kredite wurden während des fünfjährigen Immobilien-Booms häufig ohne Anzahlung und mit zu Anfang extrem niedrigen, aber variablen Zinsen angeboten. Damit wurden einkommensschwache Kreditnehmer zum Häuserkauf verleitet.

Solange die Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen jährlich zweistellige prozentuale Preiserhöhungen verzeichneten, waren alle Beteiligten hoch zufrieden. Seit mehr als einem Jahr fallen jedoch die US-Immobilienpreise. Gleichzeitig erhöhten sich bei den vor einigen Jahre zu Sonderkonditionen abgeschlossenen Hypothekenkrediten plötzlich die Zinsen und damit die monatlichen Zahlungen der Hausbesitzer massiv. Viele konnten sich die Tilgungen nicht mehr leisten und gerieten in Verzug oder stoppten die Zahlungen ganz.

Mehr als zwei Dutzend der auf Risikokredite spezialisierten US-Hypothekenfirmen sind inzwischen insolvent oder auf der Suche nach Käufern. Die Aktien vieler einschlägiger Firmen wie der New Century Financial haben in kurzer Zeit 80 bis 90 Prozent an Wert verloren. Ihre eigenen Kreditgeber haben den Geldhahn ganz oder teilweise zugedreht. In diese Probleme sind auch andere Geldgeber wie Investmentbanken, Versicherungen, Pensionskassen, Banken und Hedge-Fonds verwickelt. In den USA wohnen rund 70 Prozent aller Bürger in den eigenen vier Wänden. Die Investmentbank Goldman Sachs schätzt in einer Studie, dass diese Kredite zum zusätzlichen Verkauf von 200.000 Häusern geführt hätten. (dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.03.2007)

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