Emirates profitables Geheimnis: Cargo

11. April 2007, 13:50
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Für die Warenströme zwischen Ost und West ist Dubai perfekt positio­niert. Wien kann als regionaler Hub am Wachstum mitnaschen

Dubai - Wie Zwillinge haben in den vergangenen Jahren Dubai und seine Fluglinie Emirates Airline einen steilen wirtschaftlichen Aufstieg verzeichnet. Was 1985 als Pendlerdienst für indische Gastarbeiter in Dubai mit Flügen nach Indien abhob, hat sich zu einer der am schnellsten wachsenden internationalen Fluglinien entwickelt, mit 14,5 Mio. Passagieren im Geschäftsjahr 2005/06 (16 Prozent Wachstum) und Flügen zu 88 Destinationen in 60 Ländern. Mit 43 Bestellungen ist Emirates der größte Kunde des neuen Airbus-Riesen A380.

Im Windschatten des Passagiergeschäfts hat Emirates noch ein zweites Standbein - oder besser: weitere Flügel - mit Cargo entwickelt. "Im Vorjahr ist das Cargogeschäft mit 20 Prozent zweimal so stark als Dubais Volkswirtschaft gewachsen", sagt der für Emirates Skycargo verantwortliche Vizepräsident Ram Menen im Gespräch mit dem Standard.

Eine Millionen Tonnen Cargo beförderte das Unternehmen zuletzt mit neun eigenen Frachtjets sowie an Bord der Passagiermaschinen, drei Boeing 747 werden für weitere Kapazität sorgen. Airbus schaute dabei durch die Finger, da die Verzögerung bei der Frachtversion der A380 Gelegenheit zum Absprung und Umsatteln auf eine neue, sehr effiziente 747-Cargoversion gab.

Die starke Entwicklung zuerst von China und in den letzten Jahren von Indien sind wie ein starker Rückenwind für Emirates Skycargo, beschreibt Menen. "Indiens Mittelklasse mit 300 Millionen Menschen ist für alle eine riesige Geschäftschance", sagt Menen. Derzeit sei Cargoverkehr mit Indien in erster Linie "Inbound", weil vor allem Infrastrukturprojekte enorme Kapazität benötigen. Im Handelsbereich ist es vor allem Kleidung, die für Frachtnachfrage sorgt. Und Afrika ist "the next big thing", für das Dubai die Handelsdrehscheibe werde, sieht er weiteres Potenzial.

Für die Warenströme zwischen dem asiatisch-pazifischen Raum und Europa, zunehmend auch dem Osten der USA, sei Dubais Lage ideal: "Zwei Drittel der Weltbevölkerung und der Fabriken liegen inzwischen östlich von Dubai, und diese Volkswirtschaften werden immer robuster."

Auftrieb erhält Skycargo durch neue Geschäftsmodelle: "Luftfracht ist zum Werkzeug für das Management von Supply Chains geworden" und erlaube die effiziente Abwicklung der Warenkette. Während Anbieter wie FedEx und UPS mehr "Passagierairlines gleichen", also Fracht Door-to-Door befördere, sei die Stärke von Emirates Skycargo Outsourcing für Firmen verwirklichen zu können. "Die Globalisierung hat zu Fertigung in verschiedenen Regionen geführt. Da kommen wir ins Spiel und helfen Firmen wie Dell, dass sie diese Kette auch gut managen können."

Neuer Airport Dabei spiele das neue Flughafenprojekt eine wesentliche Rolle, erklärt Menen. Denn "die meisten Flughäfen haben Schwierigkeiten, mit dem Wachstum der Weltwirtschaft zurechtzukommen. Dubai schafft das leicht" - denn hier wird derzeit der größte Flughafen der Welt gebaut, für dessen Logistikbereich eine Fläche von 25 km² und eine eigene Piste zur Verfügung stehen wird.

Auch die Destination Wien nascht am Wachstum von Emirates Skycargo mit: Zweimal wöchentlich wird Wien von Emirates-Cargojets angeflogen und dient als Verteilerkreuz für die umliegenden Länder. "Es ist erstaunlich, wie Wien in kurzer Zeit seine geopolitische Lage zu seinem Vorteil genutzt hat", streut Menen dem Standort Blumen. (Helmut Spudich, Dubai, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.03.2007)

  • Ideale Drehscheibe für den wachsenden Warenverkehr zwischen West und Ost: Emirates Skycargo ist ein Gewinner der globalen Wirtschaftsverflechtungen.
    foto: emirates

    Ideale Drehscheibe für den wachsenden Warenverkehr zwischen West und Ost: Emirates Skycargo ist ein Gewinner der globalen Wirtschaftsverflechtungen.

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