"Bio" auch in Großküchen

13. März 2007, 17:08
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In öffentlichen Einrichtungen wie Spitälern oder Kinder­gärten müssten Bio-Produkte verbindlich auf dem Speiseplan stehen, fordern die Grünen in ihrer Bio-Initiative

Wien - Der Trend in Richtung Bio-Lebensmittel ist unübersehbar. Während der Handel mit Bio-Produkten jährliche Wachstumsraten von rund 25 Prozent verzeichnet, würde sich die Politik mit Lippenbekenntnissen begnügen, stellen die Grünen fest.

Verankerung im Gesetz

Im Regierungsprogramm sei zwar "in einem Halbsatz" von einem Ausbau der Bio-Landwirtschaft die Rede, konkrete Maßnahmen oder Ziele würden aber fehlen, kritisierte der Grünen-Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber. Bio-Lebensmittel müssten in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern, Kindergärten, Justizanstalten und Kasernen regelmäßig auf dem Speiseplan stehen, fordert er in einem parlamentarischen Antrag die gesetzliche Verankerung eines Bio-Anteils von 30 Prozent.

Positive Beispiele

Im Gegensatz zu verschiedenen Initiativen auf Landesebene sei Umweltminister Josef Pröll (ÖVP) bisher untätig gewesen. Deswegen will Pirklhuber erreichen, dass Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) die Ökologisierung der öffentlichen Großküchen zur Chefsache macht. Als Positivbeispiel führt der grüne Abgeordnete die Bundeshauptstadt an, wo schon jetzt die Hälfte des Essens, das in Kindergärten und Horten auf den Tisch kommt, biologisch erzeugt wurde. In den Wiener Krankenhausküchen sind es 30 Prozent.

Aber auch in Oberösterreich, der Steiermark und Niederösterreich gab es immer wieder Anläufe, einen verbindlichen Bio-Anteil festzulegen - meist ohne Erfolg. So konnte der angestrebte Anteil von 25 Prozent in niederösterreichischen Spitälern und Pensionistenheimen aufgrund knapper Budgets nicht erreicht werden. Mit "maximal fünf bis zehn Prozent" Mehrkosten rechnet Pirklbauer für eine österreichweite Bio-Initiative. Ziel sei eine Verdopplung der Bio-Anbauflächen bis 2013, von derzeit 15 Prozent oder 361.000 Hektar auf 30 Prozent. Im Umweltministerium hält man die "zwangsweise Verordnung von Kantinen zu Bioessen" für "ideenlos". In Sachen Bio sei Österreich ohnehin Vorreiter in Europa. (DER STANDARD, Printausgabe, kri, 13.3.2007)

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