Zwischen Uni und Arbeitsmarkt

14. März 2007, 09:51
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Diesen Monat feiert TUcareer, das Career Center der Technischen Universität Wien, den dritten Geburtstag

Ehrgeizige Ziele bis 2010 gibt's als Geschenk: Finanzielle Unabhängigkeit und die Messe TUday als größte Techniker-Jobplattform Österreichs sind nur zwei.

Begonnen habe alles mit der Idee einer Art Beratungsplattform für fachtechnische Fragen im Sommer 2002, erzählt Michael Kaiser, gemeinsam mit Rainer Wimmer Geschäftsführer von TUcareer, dem Career Center der Technischen Universität Wien. Unternehmen sollten sich mit ihren Fragen an die Uni wenden, die dann von Studierenden und ihren Assistenten der jeweiligen Institute einer Lösung zugeführt werden sollten. "Mit dieser Idee sind wir zu unserem Mentor Adolf Stepan gegangen", so Kaiser. Er fand den Vorschlag gut, wollte aber zuerst ein Placementcenter eingerichtet wissen und lud die beiden Studienkollegen ein, in seiner Übung einen Business-Plan dafür zu erstellen. Kaiser grinsend: "Aus heutiger Sicht würde ich das als rudimentäres Rohkonzept für ein Career Center bezeichnen." Über einen Freund, der an der Wirtschaftsuniversität Wien angedockt war, knüpfte man Kontakte zum zBp (Zentrum für Berufsplanung, WU Wien) und bekam Schützenhilfe. Danach war das Konzept so weit, Rektor Skalicky vorgelegt zu werden, der es gut fand, jedoch keine Mittel freimachen konnte. Kaiser: "Dadurch wurde unser sportlicher Ehrgeiz geweckt."

Über das zBp gelangte man zum Europäischen Sozialfonds, erste Förderungen wurden zugesagt, und auch das Bundesministerium konnte für die Idee gewonnen werden. Im März 2004 lief TUcareer dann gewissermaßen vom Stapel und baut heute auf drei inhaltliche Säulen auf:

  • Personalrecruiting. Eine Jobbörse, über die Praktika und Einstiegspositionen (bis zu drei Jahren Berufserfahrung) vermittelt werden. Zudem werden unter anderem Search & Select-Projekte angeboten.
  • Personalmarketing & Employer Branding – alles rund um die Arbeitgebermarke – und
  • On-Campus-Events. Dazu zählen die Messe TUday oder das Abhalten von Workshops und Exkursionen sowie – Zitat Kaiser – "jede umsetzungswürdige freaky Idee, die es so gibt."

Ergänzend zum Säulen-Kanon werden Workshops rund um die Themen Laufbahnplanung und Selbstmanagement (meist kostenfrei) angeboten.

Und man feile an Zielen: "Ich wünsche mir", sagt Kaiser, "dass sich die TUday bis 2008 als größte Jobplattform für Techniker in Österreich etablieren wird." Wenn man das Ziel, bis 2010 finanziell unabhängig zu sein – vor allem das Personalrecruiting werde noch stark von der Uni gefördert -, und die Erweiterung des aktuellen Jahresbudgets von knapp 650.000 Euro bis 2009 Richtung Millionengrenze dazunimmt, gibt es noch einiges zu tun. Schließlich wolle man mittelfristig mindestens die Hälfte aller Absolventen (2005/06 lag die Absolventenzahl bei rund 1500) in einem Beratungsverhältnis mit dem Career Center wissen. "Wir müssen die Studierenden weiter mobilisieren und dabei selbst innovativ bleiben, um die Menschen dort abzuholen zu können, wo sie zurzeit stehen", sagt Kaiser. (Heidi Aichinger, DER STANDARD-Printausgabe, 10./11. März 2007)

Am 27. März 2007 findet von 17.00 bis 20.00 Uhr ein Personalmarketing-Workshop zum Thema Employer Branding statt. Gemeinsam mit dem zBp und Uniport wird auch TUcareer vortragen. Kooperationspartner ist die American Chamber of Commerce. Anmeldung (bitte bis 19. März) und detaillierte Information unter office@uniport.at

  • Michael Kaiser, Geschäftsführer TUcareer.
    foto: tu wien

    Michael Kaiser, Geschäftsführer TUcareer.

  • Rainer Wimmer, Geschäftsführer TUcareer.
    foto: tu wien

    Rainer Wimmer, Geschäftsführer TUcareer.

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