Fiat hat weiterhin Interesse an Daewoo

24. Juli 2000, 15:29

Eröffnung des nordkoreanischen Marktes wäre für Italien wichtig

Rom - Der italienische Autokonzern Fiat hat sein Interesse am Erwerb von Unternehmensanteilen des finanziell angeschlagenen südkoreanischen Autobauers Daewoo bekräftigt, sollten die Verhandlungen mit Ford, der ebenfalls an Daewoo interessiert ist, scheitern. Der italienische Industrieminister Enrico Letta ist kürzlich nach Seoul gefahren, um für Italien neue Geschäfte in Hinblick auf die Eröffnung des nordkoreanischen Marktes zu suchen. "Fiat ist immer noch im Rennen. Die Übernahme von Daewoo wäre wichtig, um Fiat in Zukunft zu ermöglichen, auch in den nordkoreaanischen Markt einzudringen", erklärte der Minister.

Fiat ist Medienspekulationen zufolge auch an der Übernahme der polnischen Produktionsanlagen von Daewoo interessiert, da Positionen am osteuropäischen Markt konsolidiert werden sollen. Eine Zusammenarbeit mit Unternehmen aus dem Fernen Osten ist für Fiat nichts Neues: Mit der Mitsubishi Motors Corporation hatte Fiat im Juni 1999 ein Abkommen zur Produktion des Sportwagens SUV (Sport Utility Vehicle) abgeschlossen.

Die Turiner Gruppe hatte mehrmals ihre Absicht bekundet, lediglich in bestimmten Branchen Partnerschaften einzugehen, jedoch die ganze Kontrolle über das Unternehmen behalten zu wollen. Die Parterschaft mit Mitsubishi war nach dem Abschluss des Abkommens mit General Motors am 13. März abgebrochen. Fiat schließt nicht aus, dass die Verhandlungen mit Ford scheitern könnten. Das Angebot der Amerikaner entspräche dem Doppelten der Summe, die der Konzern in Wirklichkeit ausgeben wolle. (APA)

Share if you care.