Schmidt: "Wir gehen eine Ehe ein, die für beide Seiten vernünftig ist"

24. Juli 2000, 15:03

Hypo-Chef erwartet Unterstützung der Belegschaft aus Wien

Frankfurt - Als Vernunftehe stellte am Montag der Chef der bayerischen HypoVereinsbank, Albrecht Schmidt, die bis zum ersten Quartal 2001 zu realisierende Übernahme der Bank Austria dar. "Wir gehen eine Ehe ein, die für beide Seiten vernünftig ist", wobei Schmidt von Zuneigung, Respekt und gemeinsamen Lebenszielen sprach: Also "eher etwas Solides als eine dieser Ehen, die im Himmel geschlossen werden." Die Integration der Bank Austria sei ein Meilenstein in der Strategie "Bank der Regionen".

Die österreichische Bank werde als 100-prozentige Tochter der HypoVereinsbank ihren Namen und ihren Auftritt beibehalten. Das österreichische Institut sei strategische Drehscheibe beim Aufbau des Osteuropageschäfts.

Man habe sich bei der Entscheidung letztlich auch von schierer Größe leiten lassen: "Es passt einfach. Nicht Mehr und nicht Weniger", so Schmidt.

Unterstützung

Vom Betriebsrat der Bank Austria in Wien erwartet Schmidt große Unterstützung, wie er am Montag in Frankfurt weiter festhielt. Bei der Pressekonferenz wurde der deutsche Großbanker nach den besonderen Mitarbeiterrechten in den Bank Austria-Organen befragt und ob denn auch Sorgen bestünden, dass man sich mit der "öffentlich-rechtlichen Dimension" durch die AVZ als bisheriger Hauptaktionär der Bank Austria nicht politisches Konfliktpotenzial ins Haus hole. Schmidt wies derartige Befürchtungen zurück.

Die Anteilsverwaltung Z (AVZ) - derzeit größter Bank Austria-Aktionär - wird nach dem Aktientausch rund 7 Prozent an der Konzernmutter HypoVereinsbank halten. Dies sei mit Sicherheit nichts, was Konflikte oder politische Auseinandersetzungen auslösen sollte.

Zu den Betriebsrats-Sonderrechten sagte Schmidt, dass es in der Vergangenheit in der Bank Austria in der Tat besondere Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates gegeben habe. In den letzten Gesprächen habe man eine Lösung gefunden. Bank Austria-Chef Gerhard Randa verwies dazu auf die Gesellschaftsrechtliche Verankerung der Selbstständigkeit der Bank Austria als Teilkonzern und Leitgesellschaft für Osteuropa. (APA)

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