Deutsche Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

27. März 2007, 12:49
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Trotz höherer Mehrwertsteuer wird die Wirtschaft nach Berechnungen des DIW auch zu Jahresbeginn robust wachsen

Berlin - Trotz höherer Mehrwertsteuer wird die Wirtschaft nach Berechnungen des DIW auch zu Jahresbeginn robust wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im ersten Quartal um knapp 0,5 Prozent zulegen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Montag in Berlin mit. Bisher hatten die Experten 0,4 Prozent vorausgesagt. Im Schlussquartal 2006 hatte es noch ein Plus von 0,9 Prozent gegeben.

"Wichtigste Triebfeder des Wirtschaftswachstums dürfte die Industrieproduktion sein", hieß es. Auch die Bauwirtschaft werde abermals spürbar zulegen. Ein deutlicher Dämpfer zeichne sich dagegen zu Jahresbeginn für den Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr ab. Grund sei die Mehrwertsteuererhöhung.

IfW hebt Prognose

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr auch nach Einschätzung des IfW trotz Mehrwertsteuererhöhung schneller wachsen als 2006. Die Kieler Forscher hoben ihre Prognose von 2,1 auf 2,8 Prozent an, wie das Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Montag mitteilte. 2006 hatte die Wirtschaft mit 2,7 Prozent so stark zugelegt wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr.

"Der Aufschwung in Deutschland setzt sich kräftig fort", hieß es. Auch 2008 rechnen die Kieler Forscher mit einem kräftigeren Plus von 2,4 Prozent. Bisher hatten sie 2,1 Prozent vorhergesagt.

Der kräftige Aufschwung führt dem IfW zufolge in diesem und im kommenden Jahr trotz des erwarteten stärkeren Lohnanstiegs zu deutlich mehr Beschäftigung. Im Jahresschnitt 2007 dürfte die Erwerbstätigkeit um reichlich ein Prozent zunehmen. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen werde um rund 700.000 auf 3,74 Millionen sinken. Damit bleibt sie erstmals seit 2001 unter der Marke von vier Millionen. 2008 werde sie weiter auf rund 3,4 Millionen zurückgehen.

Staatsdefizit sinkt

Das Staatsdefizit werde in diesem Jahr auf 0,7 Prozent nach 1,7 Prozent 2006 sinken. Vor allem die konjunkturbedingten Einnahmen des Staates würden kräftig steigen. 2008 könne das Defizit dann sogar auf 0,5 Prozent zurückgehen. "Damit scheint das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes in greifbare Nähe gerückt zu sein." Die Bundesregierung geht für dieses Jahr von 1,5 Prozent aus. 2008 soll das Defizit nach ihren Vorstellungen soweit wie möglich sinken.

Die Europäische Zentralbank wird die Leitzinsen in der Euro-Zone nach Einschätzung der Forscher weiter anheben: "Wir erwarten weitere Zinsschritte von 25 Basispunkten im Juni und September." Damit würde ein Zinsniveau von 4,25 Prozent erreicht.

ZEW bestätigt Expansionskurs

Auch professionelle Anleger und Analysten haben die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im März etwas positiver beurteilt. Das monatliche Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg auf 5,8 von 2,9 Punkten im Februar. Dennoch blieb der Indikator unter seinem historischen Mittelwert von 33,2 Punkten, wie das ZEW am Dienstag mitteilte.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter auf Expansionskurs und die Nachfrage nach Arbeit steigt", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage unter rund 300 Finanzmarktprofis. Der größere Optimismus fußt den Angaben zufolge auf der guten Auftragslage der Unternehmen. Auch die Stimmung der Konsumenten habe sich wegen der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt beruhigt.

Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 3,3 Punkte gerechnet. Die aktuelle Lage schätzten die Umfrageteilnehmer negativer ein: Der Teilindex sank auf 69,2 von 70,9 Zählern im Vormonat. Experten hatten einen stärkeren Rückgang auf 67,6 Punkte erwartet. (APA/Reuters)

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    Wichtigste Triebfeder dürfte die Industrieproduktion sein.

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