Höhere Grundabgabe statt Erbsteuer

5. Juni 2007, 19:22
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Finanzrechtler Doralt hat ein einfaches Modell entwickelt, mit dem der Entfall der Erbschafts­steuer ausgeglichen werden kann

Wien - Werner Doralt, Finanzrechtsprofessor an der Universität Wien, hat ein einfaches Modell entwickelt, mit dem der Entfall der Erbschaftssteuer ausgeglichen werden kann. Er fordert einen Zuschlag von 25 Prozent auf die Grundsteuer, die - anders als die Erbschaftssteuer - auch von Unternehmen und Stiftungen bezahlt wird. Das würde zu mehr Steuergerechtigkeit beitragen und eine Art von Vermögenssteuer schaffen - "aber nur auf Grund und Boden", sagt Doralt dem STANDARD. Bauern wären ausgenommen.

Doralts Modell enthält auch eine Reform der derzeitigen Grundsteuer, bei der Grund und Gebäude zu Einheitswerten besteuert wird. Stattdessen sollte man nur den Boden besteuern, aber den dafür zum höheren Verkehrswert. "Steuertechnisch ist dies sehr einfach, denn jede Gemeinde kann ihr Gebiet in Bewertungszonen aufteilen", sagt Doralt. All dies sollte völlig aufkommensneutral ablaufen.

Bei einem Grundsteuersatz von einem Prozent würde ein Grundbesitzer in 20 bis 25 Jahren so viel Steuer zahlen wie derzeit bei einem Erbfall, rechnet Doralt vor. Und da auch Unternehmen und Stiftungen in die Pflicht genommen werden, sollte die Steuerrechnung der Einzelnen im Durchschnitt sinken. (Eric Frey, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.03.2007)

  • Finanzrechtler Doralt fordert 25 Prozent Zuschlag auf die Grundsteuer.
    montage: derstandard.at

    Finanzrechtler Doralt fordert 25 Prozent Zuschlag auf die Grundsteuer.

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