"Wien immer noch ein Hundeklo"

12. März 2007, 12:59
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Die Initiative gegen Hundekot zieht ein Jahr nach ihrer Gründung eine zwiespältige Bilanz - Umdenken bei einigen Hundebesitzern

Wien - Zwiespältig fällt die Bilanz der Wiener Initiative gegen Hundekot aus: "Es liegt nach wie vor genau so viel Hundekot herum wie vor einem Jahr", zitiert ORF.at am Montag Petra Jens von der Initiative. Einen positiven Einfluss ortet Jens hingegen hinsichtlich des Umdenkens bei einigen Hundebesitzern und auch in der Politik. Die Tierhalter hingegen beklagen wiederum eine Verschärfung des Klimas: Es sei "Hundehass" geschürt worden.

"Kampagne hat nichts gebracht"

"Es ist nicht besser geworden, die Kampagne der Stadt Wien hat nichts gebracht", beklagte Jens am Montag im Gespräch mit der APA. Problematisch sei, dass es keine flächendeckenden und nachhaltigen Kontrollen gebe. Und auch eine Evaluierung der Informationskampagne habe noch nicht stattgefunden.

Jens kündigte an, sich gemeinsam mit ihren Mitstreitern weiterhin dem Hundstrümmerl-Problem widmen zu wollen. Im Moment wird an einem Bezirksranking gearbeitet: Jene Bezirke, die am engagiertesten gegen Hundekot aktiv werden, sollen darin hervorgehoben werden.

"Pro Hundereich-Österreich": Mehr Anpöbelungen

Kritik an der Anti-Hundekot-Aktion übte am Montag die Initiative "Pro Hundereich-Österreich". Seit dem Start hätten es Hundebesitzer "von Tag zu Tag schwieriger", hieß es in einer Aussendung: "Sie werden angepöbelt - auch wenn sie mit Therapie- oder Rettungshunden unterwegs sind - und den Kot sowieso entsorgen." Pro Hundereich-Österreich schlage Hundegegnern vor, selbst Vorschläge einzubringen, "statt Leute anzupöbeln, alles schlecht zu finden, Leute mit Hundekot zu bewerfen und Glasscherben vor Tierarzt-Ordinationen auszustreuen".

Es grenze an Realitätsverweigerung, wenn man nicht erkenne, dass immer mehr Hundebesitzer zum Sackerl greifen würden. Durch den "geschürten Hundehass" würden sich immer mehr Leute überlegen, doch keinen Hund anzuschaffen, "weil ein Spaziergang mit einem Hund mehr und mehr zu einem Spießrutenlauf wird", so Pro Hundereich-Österreich.

Petra Jens wies die Kritik zurück: "Wir haben unsere Sprache bewusst und vorsichtig gewählt und pöbeln niemanden an." Die Petition hätten auch viele Hundehalter unterschrieben. (APA/red)

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