Skoceks Zeitlupe: Augen auf

16. März 2007, 10:46
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Die Liga (insgesamt der organisierte Sport) muss sich selber ernst nehmen, dann geht was weiter

Rund um den GAK-Konkurs wurde in einem kleinformatigen Boulevardblatt die Meinung verbreitet, die einstige Klubführung um Präsident Rudi Roth und Lukas Strohmayer habe nicht nur den Verein, sondern auch den unseligen TV-Vertrag (mit Premiere statt ORF) der Bundesliga auf dem Gewissen. Derzeit wird ein neuer TV-Vertrag verhandelt, es lohnt, falsche Schuldzuweisungen und die versuchte Exkulpierung der falschen Taktik (ernsthafte Verhandlungen nur mit dem ORF, nicht mit Premiere) von Ex-Bundesligavorstand Peter Westenthaler zu bedenken.

Der ORF litt jahrelang schwer unter der Absenz des Ligafußballs, Anfang 2007 gestand er, auf den Ligakick nicht länger verzichten zu können, und stieg statt ATV+ ein. Die Anstalt würde ohne diese Lehre nie 8,5 Millionen pro Jahr für das Sonntag-Livespiel zahlen. Sollte die Liga auch noch sieben Millionen Euro pro Jahr von Premiere für die Pay-TV-Rechte kriegen, kommt sie insgesamt auf ein wenig mehr als bisher.

Damals behielt die Liga unter Martin Puchers und Rudi Roths Führung ihren Kurs bei und Recht. Nur Sturm-Chef Hannes Kartnig blies Seifenblasen im ORF, er wollte eine Single-TV-Vermarktung starten, dabei hatte auch er schriftlich einer gesamtheitlichen Rechtevergabe zugestimmt.

Die Liga (insgesamt der organisierte Sport) muss sich selber ernst nehmen, dann geht was weiter. Dringende Vorhaben: Kollektivvertrag (lange fertig); Berufssportgesetz (überarbeitungspflichtig); Doping nicht verharmlosen (wie bei Mayrleb, Langläufern, Knauß); Bankrotteure aussortieren; Fußballerberater entfernen; Kickergagen senken; Funktionäre zur Budgetwahrheit zwingen. Und nicht auf Zurufe reagieren. Außer auf diesen. (DER STANDARD Printausgabe 12.03.2007)

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