Wichtig durch die Woche

11. März 2007, 18:49
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Robert Menasse liest unveröffentlichte Liebesgedichte - Jeannine Schiller bittet um Spenden - Don Gil lädt zur "Menage à Trois" - "The Gap" feiert Geburtstag

Der Unterschied zwischen PR-Menschen und Journalisten liegt auch in der Lautstärke: Während Eventbetrommler oft glauben, dass nur Auf-die-Pauke-Hauen Aufmerksamkeit garantiert, wissen die redaktionellen Empfänger solcher Botschaften, dass permanentes Lärmen Abwehrreaktionen hervorruft - und man mit dezentem Klopfen mittlerweile mehr auffällt. Deshalb schreibt Kollege S. auch "tschuldigung die Störung" wenn er darauf hinweist, dass Robert Menasse am Dienstag im Badeschiff im Donaukanal unveröffentlichte Liebesgedichte vortragen wird. Das sei, deutet S. an, "wichtig: Für das Gute, gegen das Schlechte!".

Womit keineswegs gesagt werden soll, dass Jeannine Schiller für Letzteres steht. Dass Schiller das Gute (in Form von Spenden für Kinderheime) will, ist bekannt. Auch, dass sie dabei aufs Gegenteil von "'tschuldigung die Störung" setzt. Am Dienstag helfen ihr dabei bekannt zurückhaltende Angehörige ihres Umfeldes bei Hämmerle auf der Wiener Mariahilfer Straße als Verkäufer: Edi Finger jr., Christian Niedermeyer, Sascha Wussow und Franz Zodl etwa. Ob diese Leute Schiller auch bei einer schüchternen Anfrage zugesagt hätten? Hm.

Auch am Donnerstag, Hauptkampftag der Gesellschaftsevents, glauben PR-Profis, dass laut sein sollte, wer wahrgenommen werden will: Im Wiener Odeon bittet Don Gil mit Cordula Reyer, Kathrin Werderitsch und Werner Schreyer zur "Menage à Trois", während das Mode-label "Jack & Jones" beim Demel den Sitz allen Wissens in der Hose sieht: Bei der "Jeans Intelligence Launch Party" sollen Hubertus Hohenlohe, Katrin Lampe und Leo Hillinger darüber Auskunft geben. Es könnte aber sein, dass die angesagteste Partie und Party an diesem Abend im WUK ist: Das Popkulturmagazin The Gap feiert seinen zehnten Geburtstag - und schickt keine Promiliste: Aber die Gap-Macher sehen sich selbst halt auch nicht als PR-Menschen, sondern als Journalisten. (DER STANDARD; Printausgabe, 12.3.2007)

  • Schönheit ist leise: Menasse liest bisher unveröffentlichte Liebesgesdichte.
    foto: standard/fischer

    Schönheit ist leise: Menasse liest bisher unveröffentlichte Liebesgesdichte.

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