Deutschland: Immer mehr Jugendliche verletzen sich selbst

15. März 2007, 15:20
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Psychiater spricht von "Welle des Ritzens" - Betroffen vor allem Mädchen zwischen 14 und 17

München - Immer mehr junge Menschen in Deutschland verletzen sich bewusst selbst. "Ähnlich wie vor ein paar Jahren bei den Essstörungen beobachten wir eine Welle des Ritzens unter den Jugendlichen", berichtet der Arzt Paul Plener von der Ulmer Universitäts-Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Nachrichtenmagazin "Focus". Ein Viertel der jungen Menschen in Deutschland habe sich mindestens ein Mal bewusst selbst verletzt.

Plener verweist auf eine neue Erhebung unter 605 Schülern im Raum Ulm: Die Studie ergab, dass sich 26 Prozent der Schüler aus reiner Lust Schmerzen zufügen, 36 Prozent davon häufiger. Betroffen sind demnach vor allem Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren. Den Mode-Charakter des "Ritzens", "Schneidens" und "Brennens" unterstreiche auch die Beliebtheit des Themas im Internet. Laut Plener existieren zurzeit rund 400 Seiten und Foren dazu. (APA/AP)

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