Unfassbare Marlies Schild

14. März 2007, 13:28
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Zwei Laufbestzeiten beim Slalom in Zwiesel bescherten der Salzburgerin einen Sieg mit Rekordvorsprung und die Führung im Weltcup

Zwiesel - Marlies Schild hat mit 2,23 Sekunden und somit dem viertgrößten Vorsprung der Weltcup-Geschichte auch den Weltcup-Slalom in Zwiesel gewonnen. Ihr achter Saisonsieg brachte die Salzburgerin vor dem Finale auch wieder an die Spitze der Weltcup-Wertung.

Schild demonstrierte am Sonntag auf dem Arber im Bayrischen Wald einmal mehr ihre Sonderklasse. Fast eine Sekunde Vorsprung hatte sie schon nach Lauf eins, verzichtet dann aber auf einen Sicherheitslauf und deklassierte mit neuerlicher Laufbestzeit den Rest der Welt. 2,23 Sekunden bedeuteten den größten Vorsprung in einem Damen-Weltcupslalom seit 32 Jahren (Lise-Marie Morerod in Aprica 2,86 vor Rosi Mittermaier).

Schilds Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt vor dem Finale kommende Woche in Lenzerheide aber gerade einmal 15 Punkte auf Teamkollegin Nicole Hosp. Die Tirolerin vergeigte ihre Gesamt-Führung bereits im ersten Lauf mit zwei kapitalen Stehern, wurde dann immerhin noch Elfte. 51 Punkte hinter Schild folgt vier Rennen vor Schluss Julia Mancuso (USA) auf Platz drei, Renate Götschl ist nach ihrem Slalom-Verzicht weiterhin Vierte.

Schild hat nun sieben von bisher acht Saisonslaloms gewonnen und insgesamt in mehr als der Hälfte aller Durchgänge (14 von 22) Bestzeit erzielt. "Es ist unglaublich. Ich war doch etwas nervös, habe aber trotzdem auch im Finale voll riskiert", strahlte Schild. Sie übertünchte damit auch etwas eine mittelmäßige Teamleistung. Nur fünf Kolleginnen waren am Start, außer Schild kam keine in die Top-Ten.

Huldigungen

Von der Konkurrenz kam Respekt. "Man kann nur profitieren, wenn man eine solche Superläuferin im Team hat", sagte die ausgeschiedene Michaela Kirchgasser. "Wahnsinn" meinte die Deutsche Maria Riesch und deren Teamkollegin Kathrin Hölzl brachte es auf den Punkt: "Marlies fährt schon einen herrenähnlichen Stil".

Damit kommt es kommende Woche bei den Damen zu einem äußerst spannenden Kampf um den Weltcup-Gesamtsieg. "Ich rechne nicht, denn in vier Rennen werden wir sowieso wissen, wie es aussieht", meinte Schild.

Damenchef Herbert Mandl, der drei Kandidatinnen im Rennen hat: "Es bleibt spannend bis zum Schluss und die Rivalität ist natürlich immer gegeben. Aber sie halten zusammen und eine Stallorder werden wir nicht brauchen", sagte der Trainer. "Gratulation an Marlies. Ihre Athletik und die technische Überlegenheit sind einzigartig. 20 Siege ein Ausdruck unserer mannschaftlichen Stärke."

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    Marlies Schild hat in der laufenden Saison sieben von acht Slaloms gewonnen, man nennt das Dominanz.

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