"Thomas bereit für die Playoffs"

19. März 2007, 10:20
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Lindy Ruff, der Trainer-Routinier der Buffalo Sab­res, zeigt sich im Interview mit der Ent­wicklung von Thomas Vanek zufrieden

Buffalo - Lindy Ruff bestreitet seine zehnte Saison als Cheftrainer der Buffalo Sabres und ist damit der längstdienende noch aktive Headcoach in der NHL. Nach einer erfolgreichen Saison 2005/06, in der Ruff einen Klubrekord von 52 Siegen in der regulären Saison vorweisen konnte und die Mannschaft bis ins Eastern-Conference-Finale führte, geht der 46-jährige Kanadier mit seiner Truppe heuer auf den Stanley Cup los.

Im Interview mit der APA spricht der vierfache Familienvater über die bisherige Saison der Sabres, das bevorstehende Playoff und die Entwicklung von Thomas Vanek, der in der laufenden Saison bereits 34 Tore und 31 Assists verbucht hat.

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APA: Mister Ruff, Sie können bisher auf eine gute Saison zurückblicken, obwohl viele Stammspieler verletzt sind oder waren. Sind Sie trotz der jüngsten Heimniederlagen stolz auf ihre Mannschaft?

Lindy Ruff: "Definitiv ja. Wir haben schon über einen längeren Zeitraum immer wieder Verletzungsprobleme und das Team, vor allem die jungen Spieler, sind gut damit zurecht gekommen. Jetzt hoffen wir natürlich, dass bis zu den Playoffs so viele Spieler wie möglich wieder fit werden."

Der Kampf um Platz eins in der Eastern Conference wird hart, wie stehen nach dieser verpatzten Woche die Chancen?

Ruff: "Der erste Platz in der Conference ist natürlich ein Ziel, weil wir dann in den Playoffs den Heimspiel-Vorteil hätten. Er ist aber nicht unser ultimatives Ziel, das wir mit Biegen und Brechen erreichen müssen. In den Playoffs zu überzeugen, zum entscheidenden Zeitpunkt bereit zu sein, dem Gegner den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Das müssen wir schaffen und darauf arbeiten wir hin."

Wie beurteilen Sie die bisherige Saison von Thomas Vanek? Sind Sie mit seiner Entwicklung zufrieden?

Ruff: "Wir haben uns erhofft, dass er sich weiter verbessert. Und er hat sich positiv weiterentwickelt. Wir haben immer gewusst, dass Thomas ein herausragender Torjäger ist. Nun hat er auch in anderen Bereichen wie Schnelligkeit oder Kraft hart an sich gearbeitet. Wie viele andere Spieler in seinem Alter muss er noch mehr an seinem Defensivspiel arbeiten. Er ist aber auf einem guten Weg, zu einem beständigen Top-Spieler zu werden, der Abend für Abend seine beste Leistung bringt. Das muss sein größtes Ziel sein."

Erwarten sie von Thomas, dass er noch mehr zu einem Führungsspieler wird? Hat er das Zeug dazu?

Ruff: "Wir betrachten alle unsere Spieler als Führungsspieler oder zumindest potenzielle Führungspersonen. Führungsqualitäten können sich auf verschiedene Weise zeigen. Die Art, wie man seine Aufgaben erledigt, oder wie man auf und neben dem Eis mit schwierigen Situationen umgeht, wenn es einmal nicht gut läuft. In einem guten, jungen Team, wie wir es sind, brauchen wir mehrere und unterschiedliche Führungsspieler."

Im Vorjahr haben Sie Thomas in den Playoffs auf die Tribüne gesetzt, ihm damit eine harte Lektion erteilt. Ist er heuer bereit für die entscheidende Phase der Saison?

Ruff: "Ich würde es nicht unbedingt als harte Lektion bezeichnen. Andere Spieler waren zu diesem Zeitpunkt einfach besser als Thomas. Für einen sehr jungen Spieler sind die Playoffs eine harte, sehr intensive Zeit. Manche kommen damit auf Anhieb besser zurecht, manche nicht. Thomas spielte für die Playoffs nicht bedingungslos genug. Natürlich war es für ihn keine leichte Situation, draußen zu sitzen und den anderen zuzusehen."

Und heuer wird Thomas die Sabres zum Stanley Cup schießen?

Ruff (lacht): "Davon gehe ich aus! Nein, im Ernst: Er hatte eine sehr gute Sommer-Vorbereitung, hat sehr viel Energie und Zeit investiert. Er hat klar gezeigt, dass er sich verbessern will und hat sich dafür in eine hervorragende körperliche Verfassung gebracht. Wir hoffen, dass er uns hilft, einen langen Weg zu gehen. Ich denke, er ist bereit für die Playoffs. Er hat vor dem Tor diese spezielle Fähigkeit, 'Big Points' zu erzielen."

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    Lindy Ruff: "In den Playoffs zu überzeugen, zum entscheidenden Zeitpunkt bereit zu sein, dem Gegner den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Das müssen wir schaffen und darauf arbeiten wir hin."

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