Struck: Afghanistan-Einsatz könnte noch zehn Jahre dauern

15. März 2007, 15:35
20 Postings

"Spiegel": Deutsche Bundeswehr schickt Drohnen

Berlin - Der Afghanistan-Einsatz der deutschen Bundeswehr könnte nach Einschätzung des SPD-Fraktionschefs und früheren Verteidigungsministers Peter Struck noch zehn Jahre dauern. "Man muss in Afghanistan in langen Linien denken, und eine erfolgreiche Offensive ist noch kein Sieg", sagte Struck der Zeitung "Bild am Sonntag". Der Aufbau des Landes könne nur dann gelingen, wenn die Taliban besiegt würden. "Ich halte das für möglich. Ich sage aber: Das kann noch ein Jahrzehnt dauern", so der Politiker.

Struck sprach sich dafür aus, den Einsatz der Bundeswehr zu begrenzen: "Wir werden keine Kampftruppen in den Süden entsenden. Da ist die Grenze." Struck zeigte Verständnis für die 69 Nein-Stimmen aus der SPD-Fraktion bei der Bundestagsabstimmung über den Tornado-Einsatz am Freitag. "Die hohe Zahl an Ablehnern drückt das Unbehagen über die Erkenntnis aus, dass der zivile Wiederaufbau Afghanistans nur möglich ist, wenn er militärisch begleitet wird", sagte der Fraktionschef. "Vielen wird erst jetzt klar, was ich seit langem betone: Bei Auslandseinsätzen können Soldaten getötet werden und in die Lage geraten, andere töten zu müssen." Daher brauche Deutschland eine Grundsatzdebatte über die Notwendigkeit von Auslandseinsätzen.

"Unvermeidlich"

Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Oberst Bernhard Gertz, vermutet, dass die militärische Führung des Afghanistan-Einsatzes "die Fähigkeitslücke bei den Aufklärungsflügen gezielt selbst herbeigeführt" habe. Auf diese Weise habe der Tornado-Einsatz als "unvermeidlich" erscheinen sollen, sagte er der "Leipziger Volkszeitung" (Samstag-Ausgabe). Gertz begründete diesen Vorwurf mit dem Hinweis, dass im Vorfeld die eingesetzten britischen Harrier-Flugzeuge abgezogen worden seien.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will die Bundeswehr demnächst Drohnen zur Zielortung nach Afghanistan schicken, um den Flughafen Mazar-i-Sharif im Norden des Landes zusätzlich zu sichern. Das Gerät eigne sich aber auch zur Zielaufklärung für die "Panzerhaubitze 2000" von Rheinmetall, die die Niederländer im Kampf gegen die Taliban einsetzten. (APA)

Share if you care.