Cuche gewinnt gleich zwei Mal

14. März 2007, 08:52
85 Postings

Schweizer feiert in der Abfahrt von Kvitfjell ersten Saisonsieg und die kleine Kristallkugel - Raich bleibt im Gesamt­weltcup klar vorne

Kvitfjell - Mit Hängen und Würgen ist am Samstag in Kvitfjell die Weltcup-Abfahrt der Herren auf verkürzter Strecke über die Bühne gebracht worden. Fast dreieinhalb Stunden nach dem geplanten Rennbeginn stand der Schweizer Didier Cuche als Sieger und Gewinner der kleinen Kristallkugel fest. Benjamin Raich wurde zwar nur 21., hielt sich im Vergleich zu seinem größten Konkurrenten um die Große Kristallkugel, dem Norweger Aksel Lund Svindal (Tageselfter) aber gut und hat fünf Rennen vor Schluss noch 103 Zähler Vorsprung. Weitere 49 Punkte zurück lauert Cuche.

Langes Zuwarten

Wegen Nebels und Schneefalls war das Speed-Rennen mit einer halbstündigen Verspätung gestartet worden, nach Startnummer elf erfolgte aber eine fast eineinhalb Stunden dauernde Unterbrechung, ehe es um 14:00 Uhr weiter ging. Die Verhältnisse hatten sich komplett geändert, die Sicht war weitgehend in Ordnung, allerdings wurde die Strecke mit Fortdauer des Rennens schneller. So schaffte es mit Startnummer 61 der Norweger Lars Myhre noch auf den zehnten Platz. Bedingt durch die teils sehr schnellen Zeiten der höheren Nummern fielen Svindal, aber vor allem Raich, noch um einige Plätze zurück.

Cuche gewann mit 0,06 Sekunden Vorsprung auf den Kanadier Erik Guay, 0,29 auf den Liechtensteiner Marco Büchel und 0,33 auf den Salzburger Michael Walchhofer sein sechstes Weltcup-Rennen. Walchhofer verhinderte als Vierter und bester Österreicher ein ÖSV-Debakel in einem allerdings etwas fragwürdigen Rennen. "Angesichts der Verhältnisse muss ich zufrieden sein, erstmals waren hohe Nummern ein Vorteil. Von den Schmerzen her war es okay, besser als in den vergangenen Tagen", sagte Walchhofer.

Fritz Strobl wurde 13., der Ablauf des Renntages war auch nicht nach seinem Geschmack: "Man hätte mit dem Start länger zuwarten sollen, so war das für die ersten Nummern nicht fair", sagte er. Viele Rennläufer hatten am frühen Nachmittag nicht mehr mit einer Abfahrt gerechnet. Die weiteren Österreicher landeten im geschlagene Feld, Georg Streitberger wurde 17., Raich und Christoph Gruber ex aequo 21., Hans Grugger 27., Mario Scheiber 28. und Hermann Maier 30., was einen mickrigen Weltcup-Punkt bedeutete.

Im Abfahrts-Weltcup liegt Cuche vor der letzten Abfahrt beim Finale kommenden Woche in Lenzerheide uneinholbar mit 168 Punkten Vorsprung auf Büchel in Führung. Er ist der erste Schweizer Weltcupsieger in einer Disziplinen-Wertung seit Michael von Grünigen 2003 im Riesentorlauf.

Fast zu früh gefeiert

"Ich habe beinahe schon zu feiern begonnen, als das Rennen vor der Absage stand", sagte der 32-jährige Cuche. "Es war nicht leicht, sich noch einmal zu konzentrieren, aber ich habe es geschafft und die Nerven gehalten." Zum Kugelgewinn meinte er: "Es ist großartig nach all den Kämpfen, die ich in den vergangenen zwei Jahren hatte."

Im Gesamtweltcup hielt Cuche ebenfalls den Kontakt zur Spitze, als Dritter fehlen ihm auf Raich 152 Zähler, auf Svindal 49. Am Sonntag steht in Kvitfjell ein Super G auf dem Programm. "Dort will ich mehr zeigen, als ich es in dieser Disziplin in diesem Winter bisher getan habe", sagte der Pitztaler Raich, der mit der Abfahrtsleistung nicht ganz zufrieden war. "Da wäre mehr drin gewesen, aber es war nach der Unterbrechung zumindest halbwegs fair."

Raich mit Vorsprung zufrieden

Zur Situation im Gesamtweltcup sagte Raich: "Der Vorsprung von über 100 Punkten ist zufrieden stellend. Aufpassen muss man ein bisschen auf Cuche", warnte er. Von dem kam gleich die Kampfansage. "Benni ist in den technischen Disziplinen so stark, es wird schwer, ihn zu kriegen. Aber wer weiß? Ich gebe bis zum letzten Rennen nicht auf."

Die Prognose für Sonntag ist nicht gerade vielversprechend, es soll noch einmal um einiges wärmer werden, auch am Samstag hatte es bereits Plusgrade. "Das würde zum Gesamtbild passen", sagte der Flachauer Maier. "Wir haben nur bei der WM einen richtigen Winter gesehen. Wenn es so wie heute ist, dann kann man eh nur herunterfahren." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Didier Cuche beendet eine lange Schweizer Durststrecke im Abfahrtsweltcup.

Share if you care.