Acht Männer wegen Mord an Deutschem festgenommen

11. März 2007, 18:21
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Provinzgouverneur spricht von "organisierter Terrorattacke" - Deutsche Ermittlungen

Mazar-i-Sharif/Berlin - In Afghanistan sind am Freitag acht Männer in Verbindung mit dem Mord an einem deutschen Mitarbeiter der Welthungerhilfe festgenommen worden. Sechs der Männer würden verdächtigt, direkt an der Tötung des Mannes teilgenommen zu haben, sagte der Provinzgouverneur Sayed Mohammad Iqbal Nib der Nachrichtenagentur Reuters. "Es war eine organisierte Terror-Attacke, sie wollten die Sicherheit in der Provinz stören", fügte er hinzu.

Der Helfer, der am Aufbau von Krankenhäusern und anderen Entwicklungsprojekten beteiligt war, war am Donnerstag von Bewaffneten an einer Straße in der Provinz Shar-e-Pul erschossen worden. Die deutsche Bundeswehr bestätigte, die Leiche des Mannes erhalten zu haben. Sie solle nun aus dem Land geflogen werden. In Afghanistan sind derzeit knapp 3000 deutsche Soldaten stationiert.

Deutsche Behörden haben unterdessen mit Ermittlungen im Fall des in Afghanistan ermordeten deutschen Entwicklungshelfers Dieter Rübling begonnen. Nach Informationen von "Spiegel online" eröffnete die Staatsanwaltschaft Ellwangen bereits am Donnerstag ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes. Bisher laufe das Verfahren gegen unbekannt, hieß es. "Wir versuchen, über das Bundeskriminalamt Spuren am Tatort zu sichern und die afghanischen Ermittlungen zu verfolgen", sagte der Ellwanger Staatsanwalt Oliver Knopp dem Internetdienst des "Spiegels".

Zusätzlich beobachte auch die Generalbundesanwältin in Karlsruhe den Fall, heißt es weiter in dem Bericht. Bisher aber haben die Fahnder dort noch kein Verfahren eröffnet, "da die ersten Erkenntnisse noch auf einen Raub-Überfall hinweisen", wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft zitiert wurde. (APA/Reuters/AP)

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