Winterkorn fordert mehr Power von VW

27. März 2007, 14:30
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Trotz guter Zahlen und Höhenflugs der Aktie fordert der Volkswagen-Chef mehr Leistung der Kernmarke VW und kündigt mehr Hybridautos an

So macht der Job Spaß. Unzählige Fotografen drängen sich um Martin Winterkorn, der entspannt an einem silbergrauen Polo BlueMotion lehnt. Zum ersten Mal bittet der neue Chef von VW (Amtsantritt 1. Jänner, vorher Chef der VW-Cashcow Audi) zur Jahrespressekonferenz und kann dabei fast nur gute Zahlen verkünden – die er allerdings noch Vorgänger Bernd Pischetsrieder verdankt.

"Der Volkswagen-Konzern hat 2006 weltweit mehr Fahrzeuge verkauft als je zuvor", verkündet Winterkorn sichtlich angetan. Europas größter Autobauer überschritt mit 105 Mrd. Euro Umsatz erstmals die 100-Mrd.-Marke. Das operative Ergebnis vor Sonderposten verbesserte sich um 51,7 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro. Besonders stark das Wachstum in China, Südafrika und Südamerika. Aber auch in Europa und Deutschland steigerte VW Stückzahlen und Marktanteile. Der US-Markt bleibt dagegen das Sorgenkind, mit einem operativen Verlust von 607 Mio. Euro.

Starkes Plus beim Absatz

2007 begann mit einem kräftigen Absatzplus: Bis Ende Februar legte die Auslieferung weltweit um 8,3 Prozent zu. Auch für 2008 ist Winterkorn optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass wir ein Ergebnis vor Steuern von mindestens 5,1 Mrd. Euro erreichen." Doch Winterkorn macht klar, dass vor allem die Kernmarke VW noch mehr dazu beitragen muss, und gesteht ein: "Trotz der bereits umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen sind besonders die Werke der Marke Volkswagen noch nicht ausgelastet." Auch VW setzt auf die Hybrid-Welle. 2008 kommen VW Touareg und Audi Q7 mit Hybrid-Antrieb auf den Markt. In Wolfsburg kündigt Winterkorn einen mit Porsche entwickelten Hybrid-Antrieb an, der "noch in diesem Jahrzehnt" im Golf und Polo angeboten werden soll.

Der frühere VW-Personalchef Peter Hartz wird indes endgültig zur Unperson. VW-Aufsichtsrat und Vorstand schlagen vor, ihm die Entlastung bei der Hauptversammlung zu verweigern, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Hartz wurde einer breiteren Öffentlichkeit aufgrund der nach ihm benannten Einschnitte im Sozialsystem ("Hartz IV") bekannt, später unter "Hartz Sex" als Financier von Lustreisen des VW-Betriebsrats, was 2005 zu seinem Rücktritt führte. (Birgit Baumann aus Wolfsburg, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10./11.3.2007)

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    VW-Chef Winterkorn will "noch in diesem Jahrzehnt" einen Hybrid-Antrieb präsentieren.

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