USA forcieren Kampf gegen Opium

17. März 2007, 16:09
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Drogenanbau im Süden finanziert den Aufstand der Taliban

Wien - Ein hochrangiger Vertreter des amerikanischen Außenministeriums hat die Bekämpfung des Opium-Anbaus in Afghanistan zur "neuen Top-Priorität der US- Regierung" erklärt. Die Einnahmen aus dem Drogengeschäft finanzierten zunehmend den Aufstand der Taliban, sagte Tom Schweich, Leiter der Abteilung für internationale Drogenbekämpfung, bei einem Briefing in Wien.

Einer jüngsten Bestandsaufnahme zufolge hat der Drogenanbau im Norden des Landes im Vergleich zum Vorjahr erheblich abgenommen. Schweich führte dies auf den politischen Willen der dortigen Gouverneure, eine Aufklärungskampagne unter der Bevölkerung und die Zerstörung von Mohnfeldern zurück. In zwei Jahren könnte die Region frei von Drogen sein. Im Süden hingegen sei die Zunahme des Opiumanbaus dramatisch. Die mit Abstand größte Menge liefert die Provinz Helmand, wo diese Woche die Frühjahrsoffensive der internationalen Schutztruppe (Isaf) begann.

Schweich bezifferte den Anteil des Drogenanbaus an der Wirtschaft in Afghanistan auf 25 bis 33 Prozent. Gelinge es der Isaf zu zeigen, dass die Taliban nicht gewinnen können, würden auch die Opium-Bauern einsehen, dass sie auf der falschen Seite stünden, meinte Schweich. (mab/DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.3.2007)

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