Humboldt: Gelehrter Staatsmann

9. März 2007, 18:59
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Was der Bildungstheoretiker Wilhelm von Humboldt (1767–1835) in Wien tat

Humboldt. Ein Name wie eine edle Marke. Das Humboldt’sche Bildungsideal. Es steht für die hehre, ganzheitliche Universitätsidee, die mit Humboldt untrennbar verbunden ist. Wilhelm von Humboldt (exakt: Friedrich Wilhelm Christian Carl Ferdinand) 1767 geboren in Potsdam, gestorben 1835 auf Familienschloss Tegel, war Gelehrter und Staatsmann.

Seine Universitätskonzeption, die in der Gründung der nach ihm benannten Humboldt-Universität in Berlin ihren materiellen Ausdruck fand, war der Idee einer universitas litterarum geschuldet. Humboldt meinte damit die Einheit von Forschung und Lehre sowie eine umfassende humanistische Bildung als Grundlage des „Menschseins“ an sich. In seiner Zeit als Sektionschef für Kultus und Unterricht entstand ein neu gegliedertes Bildungssystem, das allen Schichten mehr Bildungschancen sichern sollte. Die Gründung „seiner“ Uni erlebte Bildungstheoretiker Wilhelm (Bruder Alexander war Naturforscher) 1810 von Wien aus als preußischer Gesandter.

Von wo genau? In einem Brief lotste Humboldt seine Frau Caroline so: „Wenn du einen Plan von Wien hast, so suche den Minoritenplatz; in dem größten Hause, das der Kirche am nächsten gegenübersteht, ist unsere Wohnung.“ Jener Platz, der seit 1871 bis heute die Adresse des Bildungsministeriums ist. (nim/DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.3.2007)

  • Humboldt trat für die Einheit von Forschung und Lehre ein.
    foto: humboldt-universität zu berlin

    Humboldt trat für die Einheit von Forschung und Lehre ein.

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