Prototyp eines Roboters zur Satellitenreparatur gestartet

9. März 2007, 19:02
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Im Rahmen der US-Mission "Orbital Express" wird "brandneue Technologie" im Weltraum getestet

Cape Canaveral - Mit dem Start einer unbemannten Atlas 5-Rakete von Cape Canaveral in Florida wurde die jüngste US-Mission "Orbital Express" in der Nacht auf Donnerstag eingeleitet. Damit beginnt ein drei Monate dauernder Feldversuch für den Prototyp eines Roboters, der künftig Satelliten auftanken, nachrüsten und reparieren können soll. Das Zwei-Satelliten-System wurde vom US-Militär in Kooperation mit der Weltraumbehörde Nasa entwickelt, um die Lebensdauer von Spionagesatelliten zu verlängern und eine Grundlage für die Versorgung von Raumfahrzeugen und Teleskopen zu legen. Das wird nötig sein, wenn die betagte Shuttle-Flotte am Boden bleiben wird (nach derzeitigen Plänen 2010), das Nachfolgeraumschiff Orion aber noch nicht einsatzbereit ist. Erst Anfang 2015 soll es für bemannte Missionen zur Verfügung stehen.

"Was wir mit Orbital Express wirklich versuchen, ist das Paradigma, wie wir im Weltraum operieren, zu verändern", so Programmleiter Fred Kennedy von der Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums (Darpa). Mit wenigen Ausnahmen wie dem Weltraumteleskop Hubble, das auf Reparaturen von Space Shuttle-Crews ausgelegt wurde, müssen die Geräte im All beim Start von der Erde voll ausgerüstet sein. Wird eine wichtige Kompenente kaputt oder geht der Manövriertreibstoff zu Ende, sind die Satelliten tot - Weltraummüll sozusagen. Das soll sich künftig dank Orbital Express ändern.

System

Sechs experimentelle Raumfahrzeuge waren an Bord der Atlas 5, darunter die zwei Orbital Express-Satelliten. Nach einer mehrtägigen Systemtestphase werden die Satelliten ihren Einsatz im Orbit um die Erde beginnen. Der Service-Satellit "Astro" (Autonomous Space Transport Robotic Operations) ist mit Hydrazin-Treibstoff gefüllt und einem kleinen Roboterarm ausgestattet, beispielsweise um dem Partnersatelliten "NextSat" Ausrüstung zu reichen. Die ersten Tests enthalten Treibstofftransfers, während die zwei Geräte noch aneinander hängen. Anschließend werden die Satelliten entkoppelt und weitere Tests beginnen, darunter "brandneue Technologie", wie Carol Welsch von der US-Air Force erklärte. "Ganz ehrlich gesagt, manche davon sind sehr herausfordernde Technologien und es kann sein, dass sie nicht funktionieren." Dazu gehört auch das Testen von Rendezvous- und Kapertechniken.

Generalunternehmer der rund 300 Millionen US-Dollar (knapp 230 Millionen Euro) teuren Mission ist Boeing, mit zahlreichen anderen Unternehmen wird kooperiert. (red)

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    Die US-Mission "Orbital Express" zur Reparatur von Satelliten im Weltraum durch Roboter ist gestartet.

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