Tadic und Kostunica in Wien erneut gegen Unabhängigkeit

10. März 2007, 16:55
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Verhandler Ahtissari soll nach Gipfel am Samstag seine Vorschläge dem UN-Sicherheitsrat übermitteln

Belgrad - Der serbische Präsident Boris Tadic sowie Premier Vojislav Kostunica, wollen sich beim abschließenden Wiener Gipfel zum Kosovo am Samstag erneut gegen die Unabhängigkeit der UN-verwalteten südserbischen Provinz aussprechen. Tadic werde an den UN-Chefverhandler Martti Ahtisaari appellieren, erneut alle schädlichen Folgen in Erwägung zu ziehen, welche die Unabhängigkeit des Kosovo in der Region und darüber hinaus bewirken würde, meldete der Belgrader Sender B-92 am Freitag unter Berufung auf das Kabinett des Staatschefs.

Regierungschef Kostunica will nach Angaben seines Sprechers Srdjan Djuric die Standpunkte aus einer Erklärung des serbischen Parlaments bekräftigen, mit welcher die Lösungsvorschläge Ahtisaaris, die gegen die Souveränität und Gebietseinheit Serbiens verstoßen, zurückgewiesen wurden.

Das Verhandlerteam Pristinas, das um die Unabhängigkeit des Kosovo bemüht ist, ist mit dem Vorschlag Ahtisaaris zufrieden. Der Vorschlag Ahtisaaris stelle eine wichtige Grundlage für die Verselbstständigung des Kosovo dar, da darin alle Elemente enthalten seien, die für das Funktionieren eines normalen Staates notwendig seien, erklärte der Kosovo-Präsident Fatmir Sejdiu. Ahtisaari soll nach dem Gipfel am Samstag seinen Vorschlag zum Kosovo dem UN-Sicherheitsrat zum Beschluss zustellen.

Erster Verfassungsentwurf liegt laut Medienbericht bereits vor

Eine erste Version der künftigen Verfassung des Kosovo liege bereits vor, meldete indessen der kosovarische Sender RTV unter Berufung auf Hajredin Kuqi, den Chef einer Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Verfassungsentwurfes. Laut Kuqi soll nun eine breite Debatte über den Verfassungsentwurf in Kreisen von Rechtsexperten und der Zivilgesellschaft folgen. Der endgültige Verfassungsentwurf soll einen Monat nach der Entscheidung des Weltsicherheitsrates über den künftigen Status des Kosovo vorliegen.

Der UN-Chefverhandler für den Kosovo, Martti Ahtisaari, hat in seinem Lösungsvorschlag, der am Samstag bei einem abschließenden Gipfel in Wien erneut zur Diskussion kommt, eine von der Staatengemeinschaft überwachte Unabhängigkeit des Kosovo vorgesehen. Ahtisaari soll nach dem morgigen Gipfel seinen Lösungsvorschlag dem UN-Sicherheitsrat zum Beschluss vorlegen.

Belgrad ist um die Wahrung des Kosovo in den Staatsgrenzen Serbiens bemüht, Pristina drängt auf eine sofortige Unabhängigkeit. (APA)

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