Frösche wandern früher als üblich

9. März 2007, 16:31
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"Froschklauber" retten Amphibien bei der Straßenüberquerung - Projekt der Naturschutzjugend in der Steiermark

Graz - Die frühlingshaften Temperaturen wecken dementsprechende Gefühle auch bei Kröten und Fröschen. Nach dem Winter steht den Amphibien aber gleich die nächste Gefahr bevor - wenn sie die Straßen auf dem Weg zu ihren Teichen queren. Traditionell setzt sich die Österreichische Naturschutzjugend für ihren Schutz ein: "Froschklauber" bringen die Tierchen sicher von einer Straßenseite auf die andere - dieses Jahr zeitiger als sonst, so Projektkoordinator Oliver Gebhardt.

"Die Tiere wachen heuer früher auf - gestern und vorgestern sind schon viele gewandert. Ihre Frühlingstriebe sind viel früher erwacht", berichtete Gebhardt. Heuer haben freiwilligen Helfer bereits am 9. März begonnen, an Wanderstrecken der Amphibien Schutzzäune zu errichten und Kübel zu vergraben, um die Kröten vom todbringenden Queren der Straßen abzuhalten. Morgens und abends rücken dann Froschklauber aus: "Einmal hatten wir bis zu 100 freiwillige Helfer." Hauptsächlich seien es Volksschulkinder.

"Warnsystem"

"Wir kontaktieren Volksschulen, halten Vorträge und machen Exkursionen mit den Kindern", so der Projektkoordinator. In Vogau im südsteirischen Bezirk Leibnitz gebe es einen Standort mit Moorfröschen: "Die Männchen werden während der Paarungszeit für ein paar Tage ganz blau. Da fahren wir dann mit den Kindern hin. Normal ist das so Ende März, Anfang April - heuer wird es vielleicht schon nächste Woche sein", meinte Gebhardt. "Wir haben da Kontakt mit einer Frau - wir rufen bei ihr immer an und fragen, ob die Frösche schon blau sind."

Kaum Berührungsängste

Über Berührungsängste konnte der Projektkoordinator sich nicht beklagen: "Umso jünger die Kinder sind, desto weniger Angst haben sie. Man merkt dabei auch die Erziehung der Kinder: Wenn die Eltern schon so 'ieh' und 'äh' machen, tun das auch die Kleinen. Und man merkt einen Unterschied zwischen Stadt und Land: Kinder vom Land - die fassen alles an, die haben überhaupt keine Probleme."

"Im Jahr 2006 konnten rund 7.800 Amphibien in Graz und Umgebung gerettet werden. Heuer haben wir zwölf Standorte", meinte Gebhardt. Jener bei Hart bei Graz soll sehr artenreich sein: Unter den sieben Arten kommt hier auch ein Alpenkamm-Molch vor, "der größte heimische Molch. Das ist der einzige Standort in Graz und Umgebung, wo wir den gefunden haben". (APA)

Weitere Infos sind online unter www.oenj-steiermark.at abrufbar.
Hinweise auf Wanderwege der Amphibien werden unter Tel. 0664/3852343 entgegen genommen.
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    In der Steiermark sind bereits sogenannte "Froschklauber" unterwegs.

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