Aktionärsvertreter will Aktientausch gerichtlich prüfen

24. Juli 2000, 12:44

Austauschverhältnis von 1 : 1 spiegelt nicht die Potenz der Bank Austria wider

Wien - Der Präsident des Interessensverbands für Anleger (IVA), Wilhelm Rasinger, stimmt nicht in den Jubel mancher Aktionäre über den angekündigten Tausch von Bank Austria-Aktien in Aktien der HypoVereinsbank (HVB) im Verhältnis 1 : 1 ein. "Ich bin skeptisch und zurückhaltend, weil die aktuellen Börsekurse nicht die Situationen der beiden Banken widerspiegelt. Ich werde daher das Austauschverhältnis gerichtlich überprüfen lassen", erklärte Rasinger im Gespräch mit der APA. Verärgert ist Rasinger auch über die Tatsache, dass die Vorstände nichts anderes im Kopf hätten, als bei der Transaktion das österreichische Übernahmerecht zu umgehen.

Die Aktie der Bank Austria sei schwer unterbewertet. Das Potenzial der Bank sei im Kurs nicht eingerechnet. Die HypoVereinsbank verfüge im Gegensatz zur Bank Austria über keine stillen Reserven wie etwa Industriebeteiligungen. Die Bank Austria hätte erhebliche Möglichkeiten zu Umstrukturierungen und Einsparungen. Rasinger unterstrich, er sei wenig begeistert von den Sanierungsbemühungen von Bank Austria-Generaldirektor Gerhard Randa. Randa sei ein guter "Deal-Maker", aber beim Sanieren zu wenig konsequent.

Wirtschaftspolitisch bezeichnet Rasinger die Transaktion als "Schwächezeichen sozialdemokratischer Wirtschaftsführung". Dem Bank Austria-Deal werde wohl die Wiener Städtische folgen. Denn für den deutschen Versicherungskonzern Allianz, mit 14 Prozent an der HVB beteiligt, sei die Wiener Städtische eine "logische Folge", schätzt Rasinger. (APA)

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