Schutz vor Pilzinfektion für Krebskranke

9. März 2007, 16:13
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Vorbeugende Behandlung senkte Risiko lebensgefährlicher Pilzerkrankung

Köln/Mainz - Studien der Unikliniken Köln und Mainz ergaben, dass der Wirkstoff Posaconazol sowohl Leukämiepatienten unter Chemotherapie als auch Patienten nach Knochenmarkstransplantationen vor einer aggressiven Pilzinfektion besser schützen kann als bisher verfügbare Medikamente. Die Studien sind in der Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht worden.

"Lungenentzündungen durch Schimmelpilze waren bisher bei Leukämiepatienten eine sehr häufige Komplikation", erklärte Oliver Cormely von der Uniklinik Köln. Die Sterblichkeit der Patienten mit akuter Leukämie habe in der Vergleichsgruppe, die mit den bisherigen Standardmedikamenten behandelt worden sei, 21,5 Prozent betragen. In der Gruppe, die vorbeugend mit Posaconazol behandelt worden sei, habe man die Sterblichkeit auf 14,5 Prozent senken können.

"Da lebensbedrohliche Pilzinfektionen für Patienten nach allogener Stammzelltransplantation oft tödlich verlaufen, existiert weltweit ein dringender Bedarf an einer wirksamen und verträglichen vorbeugenden Behandlung", erklärte Andrew Ullmann von der Uniklinik Mainz. Künftig könnten erstmals Hochrisikopatienten vorbeugend behandelt werden, so lange dies nötig sei. Der Arzt werde sich auf die Krebserkrankung konzentrieren können und nicht auf den Kampf gegen Pilzinfektionen. (APA/AP)

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