Max-Planck-Forschungspreis an zwei Neurobiologen

9. März 2007, 16:01
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Am Tier erforschte Furcht- und Schlafmechanismen sollen auch beim Menschen untersucht werden

Bonn - Der mit insgesamt 1,5 Millionen Euro dotierte Max-Planck-Forschungspreis geht dieses Jahr an die Neurobiologen Hans-Christian Pape aus Münster und Raymond Joseph Dolan aus Irland. Das teilten am Freitag die Humboldt-Stiftung in Bonn und die Max-Planck-Gesellschaft in München mit, die den Preis gemeinsam vergeben.

Pape gilt als führend auf dem Gebiet der Angsterkrankungen. Er untersuchte das Furchtgedächtnis sowie die Regulierung von Wachheit und Schlaf bei Tieren. Dolan vom University College in London beschäftigt sich mit Wahrnehmungsprozessen im menschlichen Gehirn und dem Zusammenspiel von Emotionen und Verhalten.

Ziel

Pape ist Direktor des Instituts für Physiologie der Universität Münster. Nach Angaben der Humboldt-Stiftung soll das ihm zugedachte Preisgeld von 750.000 Euro dazu dienen, die von ihm bei Tieren beobachteten Furcht- und Schlafmechanismen auch beim Menschen zu erforschen. Davon erhoffen sich Forscher wichtige Erkenntnisse für die Behandlung von Angststörungen und Epilepsie. Dolan plant ein Projekt zur Erforschung der Mechanismen, die das emotionale Lernen und die Entscheidungsfindung des Menschen steuern.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) wird den Preis am 19. November in Bonn verleihen. Der Max-Planck-Forschungspreis wird jährlich an einen in Deutschland sowie einen im Ausland tätigen Forscher vergeben und vom Bundesforschungsministerium finanziert. Im jährlichen Wechsel werden Wissenschaftler der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften sowie der Geisteswissenschaften prämiert. Im vergangenen Jahr ging der Preis an die Kunstwissenschaftler Alina Payne und Horst Bredekamp. (APA/dpa)

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