Lycos verliert in Spanien seinen Namen

20. März 2007, 15:41
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Portalbetreiber kündigt Berufung an

Der Internetportal-Betreiber Lycos darf in Spanien seinen Markennamen "Lycos" vorerst nicht mehr verwenden. Das entschied ein Gericht in Madrid, nachdem im April 2004 das spanische Unternehmen Lico Leasing gegen Lycos Espana Internet Services geklagt hatte, um die Nutzung des Namens sowie der Internetdomäne lycos.es zu verhindern. Lycos Europe hat angekündigt gegen das Urteil Berufung einzulegen. "Wir halten den Bestand des Urteils in zweiter Instanz für unwahrscheinlich", heißt es bei Lycos Europe. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass zwei Marken mit sehr ähnlichen Namen auf demselben Markt für Verwirrung sorgen.

Entschädigungen

Lico Leasing, das im Finanzsektor unter dem Markenzeichen "LICO" tätig ist, klagte auch gegen die Carnegie-Mellon-Universität, um den spanischen Markennamen aus dem spanischen Markenregister streichen zu lassen. Des Weiteren fordert Lico Leasing von Lycos Espana Internet Services Entschädigungszahlungen für die Nutzung des Markennamens "Lycos" durch den Portalbetreiber. Laut Urteil des Zivilgerichtes muss Lycos Entschädigungen zahlen. Allerdings sorgt die Urteilsbegründung für Verwirrung, da laut dieser keine Entschädigung zu zahlen ist, wie es aus dem Unternehmen gegenüber pressetext heißt.

Gewinnzone

Lycos hat es im vergangenen Jahr in die Gewinnzone geschafft . Allerdings ist man an der Börse skeptisch, ob Lycos, das sich inmitten eines Strategiewechsels befindet, tatsächlich den Wandel langfristig schaffen werde. Denn Lycos ist dank des Verkaufs seines schwedischen Portalgeschäfts in die schwarzen Zahlen gekommen und hat seine eigenen Prognosen verfehlt. Die Bertelsmann-Tochter will sich auf seine Kerngeschäfte mit kostenpflichtigen Angeboten und Werbung konzentrieren. Der Ausstieg aus dem Internet-Zugangsgeschäft steht ebenfalls auf dem Plan. Der Verkauf des schwedischen Portalgeschäfts im Januar dieses Jahres brachte 15 Mio. Euro. Auch das deutsche Zugangsgeschäft soll demnächst verkauft werden, wie Lycos vergangenen Monat angekündigt hat. Derzeit befindet sich das Unternehmen in Verhandlungen mit Interessenten für das Zugangsgeschäft.(pte)

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