Spruchbänder aus Stadien verbannt

9. März 2007, 14:05
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Auch Trommeln und Sirenen werden verboten

Rom - Italienische Fußball-Fans werden ab dem 30. März keine Spruchbänder mehr in den Stadien ausrollen dürfen. Verboten werden auch Fahnen, Lautsprecher, Trommeln und Sirenen, hat das italienische Innenministerium beschlossen. Italien orientiert sich damit an den britischen Stadien, in denen Spruchbänder seit Jahren verbannt sind. Erlaubt sind nur Spruchbänder von 1,5 Meter Länge aus feuerfestem Stoff mit "Slogans" für die eigene Mannschaft.

Nur mit Genehmigung der Polizei dürfen die Spruchbänder entrollt werden. Die eher komplizierte Prozedur für eine Genehmigung soll Fans davor abschrecken, Spruchbänder ins Stadion zu bringen. Nur Schals in den jeweiligen Vereinsfarben werden zugelassen.

Das Kassationsgericht, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, hat außerdem beschlossen, dass Ultras rechtlich verfolgt werden können, die rassistische oder nationalistische Symbole in Stadien zeigen. Das Kassationsgericht gab somit einem Richter recht, der einen Ultra-Fan von AS Roma zu einem dreijährigen Stadionverbot verurteilt hatte, weil dieser eine Fahne mit dem Konterfei des faschistischen Diktators Benito Mussolini ausgerollt hatte.

Dieses Urteil wurde von der "Duce"-Enkelin und EU-Parlamentarierin Alessandra Mussolini scharf kritisiert. "Dieser Beschluss ist ein Affront gegenüber der Figur von Mussolini und dem Familiennamen, den ich trage", sagte die Parlamentarierin.(APA)

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