Linzer Uni und Montanuniversität Leoben engagieren sich in Abu Dhabi

13. Juli 2007, 12:46
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Kooperationsvertrag im Kunststoffbereich mit Petroleum Institute unterzeichnet - Anstoß für das Projekt kam aus der Wirtschaft

Linz - Die Johannes Kepler Universität Linz (JKU), die Montanuniversität Leoben (MU) und das Petroleum Institute (PI) in Abu Dhabi haben einen Kooperationsvertrag für die Ausbildung im Kunststoffbereich geschlossen. Details gaben Vertreter aller Projektbeteiligten in einer Pressekonferenz anlässlich der Vertragsunterzeichnung am Freitag in Linz bekannt.

Das PI, an dem derzeit rund 800 Leute studieren, wird von der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) finanziert und ist wissenschaftlicher Partner von Borouge - einem Joint-Venture zwischen der OMV-Tochter Borealis und der ADNOC. Von diesen beiden Unternehmen kam auch der Anstoß zu der Ausbildungs-Kooperation, erklärte ADNOC-Generaldirektor Yousef Omair Bin Yousef.

Engpass Personal

"Unser Engpass ist nicht das Kapital, sondern das Personal", betonte auch Borealis-Aufsichtsratschef und stellvertretender OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss die Notwendigkeit gut ausgebildeten Nachwuchses für die Wirtschaft. Borealis baut derzeit seinen Standort in Linz um rund 30 Mio. Euro zum weltweiten Forschungszentrum aus, in den Vereinigten Arabischen Emiraten sei eine Milliardeninvestition in neue Kunststoffanlagen geplant, hob Roiss die Bedeutung der Achse Linz-Abu Dhabi hervor. In die Ausstattung am PI würden zwei Mio. Dollar (1,52 Mio. Euro) investiert.

Für die JKU sei es die erste Kooperation im arabischen Raum, einer "wichtigen Region mit ungeheurer Dynamik", betonte Rektor Rudolf Ardelt. Auch MU-Rektor Wolfhard Wegscheider erhofft sich aus dem Engagement eine Zusammenarbeit mit der Industrie im Nahen Osten, der am Plastik-Sektor eine "sehr wichtige Region" sei. Studentenaustausch sei "keine Einbahnstraße", lobte Landeshauptmann Josef Pühringer die Kooperation. Wenn Studenten aus Abu Dhabi später nach Hause zurückkehren und wichtige Positionen besetzen, "erinnern sie sich vielleicht an Oberösterreich".

Austausch

Bereits im abgelaufenen Wintersemester haben Linzer Wissenschaftler in Abu Dhabi Lehrveranstaltungen abgehalten, im Gegenzug absolvierten 13 Studenten aus den Emiraten ein zweiwöchiges Praktikum in Linz. Im Sommersemester lehren Professoren aus Leoben am PI. Geplant ist der Aufbau eines Master-Programms "Polymere Engineering" ab 2009. Da das im Jahr 2000 gegründete PI derzeit noch über keine Laborausstattung verfügt, bieten die beiden österreichischen Universitäten ihren arabischen Kollegen Zugang zu ihrer Forschungs-Infrastruktur. (APA)

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    Abu Dhabi kennt man landläufig vor allem für schicke Luxushotels, Palmen und Strand - die Johannes Kepler Universität Linz will jetzt mit dem arabischen Land eine gemeinsame Ausbildung im Kunststoffbereich machen.

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