T-Mobile-Austria-Chef erwartet Verkauf von Konkurrenten ins Ausland

20. April 2007, 15:26
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Firmenbestand laut neuem Österreich-Chef der Deutschen Telekom-Tochter nur durch internationale Zusammenschlüsse möglich - Chvatal rechnet mit weiteren Tarifsenkungen

Der neue Chef von T-Mobile Austria, Robert Chvatal, rechnet damit, dass andere österreichische Mobilfunk-Betreiber ins Ausland verkauft werden. Er glaube, dass die Zukunft der Branche in grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen liege, sagte er in einem Interview mit dem "Ö1-Mittagsjournal". Außerdem geht er davon aus, dass Handy-Telefonieren in Österreich noch weiter billiger werden wird.

Synergien

"Ich glaube, dass jemand, der die Synergien einer internationalen Gruppe besser nutzen kann, sich in Zukunft besser am Markt durchsetzen können wird. Es gibt bereits in vielen Märkten mehr internationalen Wettbewerb als wir ihn derzeit noch in Österreich haben", so Chvatal.

Verkaufsspekulationen

Die Deutsche Telekom-Tochter hatte selbst erst im vorigen Jahr den österreichischen Konkurrent tele.ring übernommen. Als Übernahmekandidat gilt jetzt vor allem die Nummer Drei am Markt, One. Deren Mehrheitseigentümer, der deutsche Energiekonzern E.ON, hat schon vor einigen Jahren angekündigt, sich von seinen Anteilen trennen zu wollen. Um die Nummer Vier, Hutchison ("Drei") ranken sich ebenfalls schon seit längerem Verkaufsspekulationen, die der chinesische Mutterkonzern mit Töchtern auch in anderen europäischen Ländern bisher stets dementiert hat. Auch der Marktführer, Mobilkom Austria (A1), steht derzeit nicht zum Verkauf, kooperiert aber bereits mit Europas größtem Mobilfunkkonzern Vodafone.

"Die Kunden sollten genauer erkennen können, was ihnen das Telefonieren mit dem Handy tatsächlich kostet"

Dass es mit den Tarifen weiter hinunter gehen wird, davon ist Chvatal überzeugt. Allein im Vorjahr sei das Preisniveau neuerlich um 10 Prozent hinunter gegangen, heißt es im Bericht. Außerdem plädiert der neue T-Mobile Austria-Chef für mehr Transparenz bei den Tarifen. "Ich glaube, dass da ein wenig mehr Transparenz in den Markt kommen sollte. Die Kunden sollten genauer erkennen können, was ihnen das Telefonieren mit dem Handy tatsächlich kostet", sagte der Mobilfunk-Manager. Wachstumschancen sieht er vor allem noch im mobilen Internet.

Sonderbeauftragter

Der gebürtige Tscheche Chvatal war zuletzt Chef von T-Mobile in der Slowakei und hat vor gut einer Woche die Leitung von T-Mobile Austria übernommen. Sein Vorgänger, der Steirer Georg Pölzl, wechselte in den deutschen Mutterkonzern und hat "als Sonderbeauftragter des Vorstands das konzernweite Effizienzprogramm" beim internationalen Telekomriesen übernommen.(APA)

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