223 Filme bei der Diagonale

19. März 2007, 19:35
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Sabine Derflingers "42 plus" eröffnet das Festival, das heuer so umfangreich ist wie noch nie

Graz - "Mit der Diagonale kommt auch der Frühling", so der Geschäftsführer des Festivals des österreichischen Films, Oliver Testor, bei der Programm-Pressekonferenz in Graz. Intendantin Birgit Flos sieht in der diesjährigen "Diagonale", die am 19. März mit Sabine Derflingers "42 plus" - der Thematisierung der Lebenskrise einer Frau - in Graz eröffnet wird, die "Hervorhebung des Standpunktes des österreichischen Films und die Herausarbeitung internationaler Verflechtungen". An sechs Tagen bis 25. März werden 223 Filme (2006: 189) gezeigt.

Umfangreich wie bisher noch nie ist bei der zehnten Ausgabe in Graz das Rahmenprogramm, ferner zählt man fast ein Dutzend Sonderschauen und Specials. Von den 21 Spielfilmen sind 14 im Wettbewerb, Flos hob dabei neben Stefan Ruzowitzkys "Die Fälscher" auch auch Antonin Svobodas "Immer nie am Meer" - der bereits in den Kinos läuft - sowie den jungen Grazer Lokalmatador Jakob M. Erwa hervor. Dessen "Heile Welt" sei zwar kein Premierenfilm, aber wichtig für den Standort Graz.

Premieren

Erstmals gezeigt werden Peter Kollers "Auf bösem Boden" - laut Flos "Trash de Luxe, ich bezeichne das in Absprache mit dem Filmemacher so" - und Peter Kerns "Die toten Körper der Lebenden", die Wiener Fortsetzungsvariante von Jean Genets "Un chant d'amour" um die beiden Schwerverbrecher Lucien und Java.

Bei den Dokumentationen sind 28 Filme im Wettbewerb - Beweis für die Produktivität des heimischen Doku-Kinos. Filme wie das Porträt der Extrembergsteiger-Brüder Huber "Am Limit" von Pepe Danquart würden auch zum Berg- und Abenteuerfilmfestival Graz passen, auf Streifen wie "Big Alma" über Alma Mahler-Werfel von Susanne Freund oder "Die Brücke der Verständigung" von Srdjan Knezevic darf man gespannt sein. Letzterer befasst sich mit der Entstehung von Helmut Käutners "Die letzte Brücke", einer österreichisch-jugoslawischen Koproduktion über den Partisanenkampf in Bosnien im Zweiten Weltkrieg, gedreht wenige Jahre nach Kriegsende, bzw. mit Interviews mit den Protagonisten 50 Jahre danach.

Kurzformate

Breiten Raum nehmen die Kurzspielfilme, Kurzdokus sowie Experimentalfilme und Musikvideos ein. Die Diagonale Special präsentiert ein "Tribute to Wolf Suschitzky", dem 1934 aus Österreich emigrierten Fotografen und Kameramann, der auch selbst nach Graz kommen soll. Das Special des Filmarchiv Austria widmet sich dem "ersten modernen Cinephilen Österreichs", Herbert Holba. Weiters wird einer der langjährigen Gestalter der Diagonale mit einer "Carte Blanche für Constantin Wulff" geehrt. Das Sonderprogramm "Stoffwechsel - Filme zeugen Filme" zeigt, was aus Archiven am Schneidetisch zu neuem Lichtbild-Leben erweckt werden kann.

Gespielt wird die heuer um einen Tag verlängerte Diagonale in fünf Grazer Kinos, dem Augartenkino - das gerade von einer Schließungsdiskussion überschattet ist -, dem Rechbauer, Geidorf und Schubert sowie dem UCI Annenhof. Zahlreiche Diskussionen ergänzen das Programm ebenso wie die "Diagonale Nightline" im ppc bzw. im Dom im Berg. (APA)

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