Svindal weist Raich Favoritenrolle zu

11. März 2007, 12:01
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Der Norweger vor den Speed-Rennen im heimatlichen Kvitfjell am Wochendende: Er hat die größere Chance auf Gesamtweltcup

Kvitfjell - Sein Gegner ist niemand Geringerer als der Weltmeister. Benjamin Raich dagegen hat in der laufenden Saison in der Abfahrt als beste Platzierung einen zwölften Platz aus Wengen stehen, in der Kombi-Abfahrt am Freitag gab der Tiroler aber eine gute Figur ab. In den Speed-Rennen in Kvitfjell könnte am Wochenende im Heimatland von Raichs norwegischem Konkurrenten Aksel Lund Svindal eine erste Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtweltcup fallen, bevor kommende Woche beim Finale in Lenzerheide zur Vergabe der Großen Kristallkugel geschritten wird.

In Abfahrt (Samstag) und Super G (Sonntag) hat Raich in dieser Saison noch nicht restlos überzeugt. Lediglich im November in Lake Louise war der Doppelolympiasieger als Zehnter in die Top Ten gefahren. Auf dem "Olympiabakken" in Kvitfjell kann Raich aber auf zwei vierte Plätze von 2004 und 2005 verweisen. "Ich hoffe, dass ich jetzt endlich auch in den Speed-Rennen das zeigen kann, was ich mir für die Saison vorgenommen habe. Denn das könnten die entscheidenden Bewerbe sein", meinte der 29-Jährige.

Svindal kam mit dem anhaltenden Selbstvertrauen von zwei Weltmeistertiteln aus Aare in seine Heimat - jenem in der Abfahrt und jenem im Riesentorlauf. Dennoch sieht der 24-Jährige Raich im Kampf um die Gesamtweltcup im Vorteil. "Er hat die größere Chance, für mich ist es super, zu dieser Zeit überhaupt noch im Rennen zu sein", meinte der Norweger bescheiden. "Die Große Kristallkugel ist aber das Größte, dass ein Skifahrer gewinnen kann - besser noch als eine Olympia-Medaille, weil man dann wirklich sagen kann, in dieser Saison der beste Fahrer der Welt gewesen zu sein."

Walchhofer noch angeschlagen

Lachender Dritter könnte gar der Schweizer Didier Cuche sein, der Schnellste in der Kombi-Abfahrt. Der 32-jährige Routinier kann sich in Kvitfjell bereits vorzeitig den Disziplinen-Weltcup in der Abfahrt sichern. 128 Punkte hat Cuche auf seinen Liechtensteiner Trainingskollegen Marco Büchel gut. Dabei hat der Schweizer in der laufenden Saison noch kein Rennen gewonnen, mit vier zweiten Plätzen aber die größte Konstanz bewiesen. "Meine Chancen auf den Gesamtweltcup sind trotzdem nur noch mathematisch", meinte der WM-Dritte im Riesentorlauf.

Im einzigen Training auf der gesamten, 3.035 Meter langen Strecke verwies Cuches Landsmann Ambrosi Hoffmann Büchel und den Tiroler Christoph Gruber auf die Plätze. Bormio-Doppelsieger Michael Walchhofer fuhr in der Kombi-Abfahrt am Freitag unter Schmerzen seines geprellten Brustkorbes hinter Cuche, Bode Miller und Mario Scheiber auf Platz vier. Der Salzburger, der den Titel-Hattrick im Abfahrts-Weltcup auch rechnerisch nicht mehr schaffen kann, laboriert aber noch immer an den Folgen seines schweren Sturzes in Garmisch.

Wie Walchhofer hatte auch Hermann Maier Kranjska Gora ausgelassen. In Kvitfjell hat er fünf seiner insgesamt 53 Weltcup-Siege (2 Abfahrt, 3 Super G) eingefahren, war auch mit Platz sieben im Training unmittelbar hinter Landsmann Hans Grugger nicht unzufrieden. Im Super G hat Maier mit 108 Punkten Rückstand auf den führenden Miller sogar noch eine Mini-Chance auf den Disziplinen-Weltcup. (APA)

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