Anti-DRM-Kampagne an Steve Jobs: "Wo bleiben die Taten?"

3. April 2007, 14:16
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Apple sei an der jetzigen Situation mitschuld - Zahlreiche Verbesserungen für KonsumentInnen wären auch ohne Major-Labels machbar

Wenig beeindruckt von den Aussagen des Apples Bosses, Steve Jobs, zu Digital-Rights-Management, zeigt sich die Anti-DRM-Kampagne "Defective by Design". Die von der Free Software Foundation ins Leben gerufene Organisation ortet eine gewisse Unaufrichtigkeit bei Jobs, immerhin trage sein Unternehmen einen großen Teil der Schuld an der verfahrenen Situation in der man sich derzeit befinde.

Taten

Statt also gut gemeinte Stellungnahmen abzugeben, solle Apple lieber Taten folgen lassen, immerhin habe man selbst auch unahängig der großen Labels noch einigen Handlungsspielraum. Konkret unterbreitet man dem Computerhersteller dabei drei Vorschläge. So könnte Apple unabhängigen Labels, das Angebot machen, ihre Musik ohne DRM über den iTunes Store zu verbreiten. Etwas das das Unternehmen - trotz mehrfach geäußerter Wünsche aus der Richtung von Independent-Labeks - bisher strikt ablehnt. Ein positiver Nebeneffekt: Auf diese Weise würde auch klarer sichtbarer, welche MusikerInnen nicht bei den großen Majors unter Vertrag sind.

Disney

Doch "Defective by Design" sieht noch weitere Handlungsmöglichkeiten für den Apple-CEO: Da er im Aufsichtsrat von Disney sitze, könne er dort sein nicht gänzlich unbedeutendes Gewicht gegen DRM in die Waagschale werfen. Wünschenswert sei auch, dass Jobs seine Position zu DRM weiter präzisiere und sich allgemein für das Ende des digitalen Rechte-Managements und auch des in den USA gültigen, äußerst restriktiven, Digital Millenium Copyright Act (DMCA) ausspricht.

Do it now

Aufgaben, die nach Einschätzung der Anti-DRM-AktivistInnen keine große Schwierigkeit für Jobs darstellen sollten. Insofern fordert man den Apple-CEO in einem offenen Brief - der innerhalb von wenigen Stunden von 1.000 UnterstützerInnen unterzeichnet wurde - bis zum 1. April zum Handeln auf.

Reaktion

Tue er das nicht, dann wisse man wenigstens, dass die Einschätzung mancher BeobachterInnen zu Jobs' Aussage zutreffend war: Dass er mit seinem Statement lediglich den Druck von europäischen Regulatoren, die Apple wegen seiner exklusiven Kombination iTunes store / iPod kritisiert hatten, reduzieren wollte. (red)

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