North Carolina will Ärzte zur Aufsicht über Hinrichtungen zwingen

11. März 2007, 18:00
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US-Bundesstaat klagt gegen Kammerbeschluss vor Gericht

Washington - Die Gefängnisverwaltung im US-Bundesstaat North Carolina geht gerichtlich gegen Ärzte vor, die sich der gesetzlich geregelten Aufsicht über Hinrichtungen entziehen. Wie am Donnerstag (Ortszeit) aus Justizkreisen verlautete, will die Behörde mit ihrer Klage erreichen, dass eine Hinrichtung künftig nicht mehr als "medizinischer Vorgang" gilt. Damit soll der Widerstand der Ärztekammer gegen die Mitwirkung an Hinrichtungen gebrochen werden.

Ärzten, die bei Hinrichtungen in North Carolina assistieren, um unnötiges Leiden der Delinquenten zu verhindern und nach Exekutionen deren Tod festzustellen, drohen seit Jahresanfang Sanktionen ihres Verbandes. Das gilt auch für Ärzte, die von einem Nebenraum Herz- und Gehirnfunktionen der Todeskandidaten überwachen. Seit der Entscheidung der Ärztevereinigung Ende Jänner hatte die Gefängnisverwaltung alle Hinrichtungen in dem Bundesstaat ausgesetzt.

Streitthema Giftspritze

Im Zentrum der Kontroverse steht die Hinrichtung mittels Giftspritze. Bei der Injektion werden drei Substanzen gespritzt, von denen die erste betäubt, die zweite die Muskeln lähmt und die dritte das Herz zum Stillstand bringt. Wird die Dosis der ersten falsch berechnet oder die Injektionsnadel falsch gesetzt, drohen dem Todeskandidaten schreckliche Qualen. Mehrere Vorfälle dieser Art hatten eine nationale Debatte in den USA in Gang gebracht, in deren Folge mehr als ein Dutzend Bundesstaaten Hinrichtungen aussetzten. (APA/AFP)

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