Kaum Bedarf an Mobile Content

20. März 2007, 15:41
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Kosten aus Nutzersicht immer noch zu hoch - Mangelnde Transparenz der Tarife

Die zahlreichen Funktionen moderner Handys werden in Deutschland bislang nur wenig genutzt. Trotz technischer Voraussetzungen für Radio, TV und Internet beschränken sich die meisten User immer noch auf die Basis-Funktionen ihres Mobiltelefons: Telefonieren, SMS und Fotos. Wie Erhebungen von TNS Infratest belegen, wird nur von 16 Prozent der Handynutzer häufiger Radio über das Telefon gehört. 13 Prozent surfen via Handy im Internet und 14 Prozent besuchen mobile Nachrichtenseiten. "Im europäischen Vergleich ist die Nutzung in Deutschland sehr niedrig. Wir liegen maximal im Mittelfeld oder sind Schlusslicht", sagt Sonja Dlugosch, Technologie-Expertin bei TNS Infratest, im Gespräch mit pressetext.

Vorreiter

"Klare Vorreiter sind die Asiaten, dort tut sich im Bereich Mobile Content bereits wesentlich mehr", so Dlugosch weiter. Grund für die dürftige Nutzung in Deutschland sind in erster Linie die Kosten. Die meisten Kunden finden diese immer noch zu hoch. Aber auch der Bedarf an mobilen Inhalten ist nicht besonders groß. Viele Befragte gaben an, dass sie Fernsehen und Internet lieber auf anderen Endgeräten nutzen. Um an der derzeitigen Situation etwas zu verändern und die Entwicklung am mobilen Markt schneller voran zu treiben, sind natürlich die Mobilfunkbetreiber gefragt. "Vor allem in punkto Kosten müssten die Netzbetreiber handeln. Viele Nutzer beklagen die mangelnde Transparenz der Tarife. Einfachere Modelle könnten hier Abhilfe schaffen", meint Dlugosch gegenüber pressetext.

Kosten

Für insgesamt 39 Prozent der Befragten sind zu hohe Kosten der Grund dafür, dass sie ihr Handy nicht zum Surfen im Internet benutzen. Viele Kunden scheuen sich davor, weil sie die Abrechnungsmodelle nicht durchschauen und nur schwer abschätzen können, wie viel sie am Ende tatsächlich bezahlen müssen. Eine gute Lösung wäre das verstärkte Angebot von Flatrates, weil den Usern dann eine uneingeschränkte Nutzung zum Fixpreis zur Verfügung steht. 43 Prozent wünschen sich Flatrates von öffentlichen Internetseiten, nur 16 Prozent sprechen sich für eine nutzungsabhängige Abrechnung nach Datenmenge aus.

Interesse

Das größte Wachstumspotenzial liegt laut TNS Infratest bei Radio und Internet. 22 Prozent der Befragten zeigen sich interessiert an der Nutzung der Radiofunktion und 17 Prozent können sich das mobile Internetsurfen gut vorstellen. "Wir denken, dass in diesem Jahr besonders Radio und Internet, aber auch M-Commerce-Dienste ein starkes Wachstum verzeichnen werden", so Dlugosch. Viele Mobilfunknutzer finden inzwischen auch Gefallen am Bezahlen per Handy. In diesem Bereich fehlen allerdings häufig noch die Angebote bzw. sind auch hier die Kosten noch zu hoch. (pte)

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