Umstrittener Verkauf von Patenschaft

17. März 2007, 12:42
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Höchstbietender soll Bürgermeister-Unterschrift für Kandidatur bekommen

Caen - In Frankreich kann politische Unterstützung käuflich sein. Zumindest in der 280-Seelen-Gemeinde Noron-la-Poterie im Département Calvados in der Normandie. Deren Bürgermeister André Garrec will seine Patenschaft an einen Präsidentschaftskandidatur-Anwärter verkaufen, um damit einen Kindergarten zu finanzieren. Wer bei der ersten Runde der Präsidentenwahl Ende April antreten will, muss beim Verfassungsrat mindestens 500 Unterstützungs-Erklärungen von gewählten Mandataren (Abgeordnete, Senatoren, aber auch Regionalräte und Bürgermeister) einreichen. Und viele Kandidaten haben große Schwierigkeiten, genügend Unterschriften bis zum Stichtag am 16. März zusammen zu bekommen.

"Seit Tagen belästigen mich all die kleinen Kandidaten, die verzweifelt noch Patenschaftserklärungen brauchen", sagte Bürgermeister Garrec am Mittwoch. Während viele Bürgermeister davor zurückschrecken, extreme Kandidaten wie Le Pen öffentlich zu unterstützen, sieht Garrec die Sache pragmatisch. "Ich bin Geschäftsmann, und ich weiß, dass der Preis für die Patenschaft die Kandidaten nicht arm macht", sagte er. "Ich setze meine Unterschrift unter den dicksten Scheck." (APA/AP)

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