Wirtschaftsforum ortet Rückstand hinsichtlich Telekom-Liberalisierung

26. Juli 2000, 16:37

"Steckengeblieben" - Österreich fällt im internationalen Vergleich weiter zurück

Laufend dokumentieren internationale Statistiken den gefährlichen Rückstand Österreichs in der Liberalisierung der Telekommunikation. So auch der "Information Society Index", der die Nutzung moderner Telekom- und Informationstechnologien in einem Land bewertet. Hier rangiert Österreich nur auf Rang 16, weit abgeschlagen hinter Ländern wie Schweden, USA, Finnland und der Schweiz etc.

Dramatisiert wird diese Situation durch die derzeitige Stagnation auf dem gesetzlichen Sektor. "Der Telekom-Wettbewerb wird durch die sehr zögernde Behandlung längst bekannter Probleme enorm blockiert," warnt der Telekom-Sprecher des WdF (Wirtschaftsforum der Führungskräfte), UTA-Vorstand Helmut Schönthaler. Hauptkritikpunkte des WdF sind u.a. die ausbleibende, dringend nötige Novellierung des Telekomgesetzes, die hohe Rechtsunsicherheit betreffend alle Entscheidungen der Telekom-Control-Behörde durch einen ineffizienten und revisionsbedürftigen Instanzenzug sowie die unzumutbar lange Dauer von Verfahren etc.

Weitere offene Themen, die Alternative Netzbetreiber daran hindern, der österreichischen Wirtschaft noch bessere und moderne Dienstleistungen anzubieten, sind u.a. der Internet-Zugang über ADSL, Wireless-Local-Loop etc., wofür es nach wie vor noch keine befriedigende gesetzliche Regelung gibt.

"Freier Wettbewerb in der Telekommunikation ist ganz entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft, den Wirtschaftsstandort und damit auch für das Budget. Es ist unverständlich, dass die Politik hier nicht mit hoher Priorität handelt!" kritisiert Schönthaler.

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