Wasser aus den Tiefen des Mars

8. März 2007, 18:00
29 Postings

Neues hydrologisches Modell bietet alternative Erklärung zu rätselhaften Salzanhäufungen im Meridiani Planum

Waren einst Teile der Marsoberfläche von Meeren bedeckt? Nach einem neuen Modell, das die Wasserflüsse auf dem Planeten beschreibt, sieht es nicht so aus.

Der NASA-Marsrover "Opportunity" hatte am Boden des Meridiani Planum südlich des Äquators große Mengen an mineralischem Salz entdeckt. Die zunächst favorisierte Erklärung dafür: Früher war die Region von einem Meer oder einer größeren Anzahl von Seen bedeckt. Als das Wasser allmählich verdunstete, blieb das Salz zurück. Was die Forscher allerdings stutzig machte, war das Fehlen einer geeignete Senke. Es gibt an dieser Stellen einfach keine Niederungen, die groß genug wären, solche Wassermengen zu fassen.

Alternative Salz-Erklärung

Der Planetologe Jeffrey Andrews-Hanna und seine Kollegen von der Washington-Universität in St. Louis, Missouri, formulierten eine alternative Erklärung für die Salzanhäufung: Das Wasser kam aus dem Untergrund. Während der Entstehung eines großen Vulkans sei das Wasser nach oben gedrückt worden, wo es allmählich verdampfte. Die Theorie wurde in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Nature" publiziert.

Das Team rund um Andrews-Hanna benutzte ein hydrologisches Modell, das den gesamten Planeten umfasste, um Hinweise darauf zu bekommen, was mit dem Grundwasser geschah, als die vulkanische Tharsis-Region vor rund 3,8 bis 3,5 Milliarden Jahren entstand. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die vulkanische Aktiviät das Wasser nach oben zwang, und zwar exakt an jener Stelle, wo heute das Meridiani Planum liegt.

Die Ergebnisse würden eine mögliche Erklärung dafür anbieten, wie sich in dieser Region all das Salz angesammelt hätte, meint auch John Murry von der Universität von Milton Keynes, Großbritannien.

Wasser im Untergrund?

Andrews-Hanna weist darauf hin, dass sein Modell darüber hinaus jene Theorien unterstütze, wonach in früheren Zeiten der Flüssigkeitskreislauf des Mars von oberflächlichem Wasser und Regen dominiert worden war. Später sei der Planet dann ausgetrocknet und das Wasser wäre in den Untergrund gewandert.

Derartige unterirdische Prozesse könnten auch heute noch stattfinden, vermutet Andrews-Hanna. Allerdings würden es die klimatischen Bedingungen, die nun auf dem Mars herrschen, eher unwahrscheinlich machen, dass Wasser wieder durch die Oberfläche nach oben kommt. Und falls tatsächlich auch heute noch Wasser in den Tiefen des Planeten fließt, würde dies die Existenz von Leben auf dem Mars entschieden wahrscheinlicher machen, so Andrews-Hanna. (Red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eine der ersten Aufnahmen des Marsrover "Opportunity" zeigt das Innere eines Kraters im Meridiani Planum.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die Nahaufnahme zeigt kleine kugelförmige Strukturen. Die Wissenschafter sehen darin mineralische Salze, die auf größere Wassermengen in der Vergangenheit schließen lassen.

Share if you care.