Was passiert beim Lernen im Gehirn?

8. März 2007, 16:49
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Grazer Gehirnforschungs-Symposium widmet sich heuer dem Thema Neurodidaktik

Graz - Welche Anregungen kann man aus den Erkenntnissen der Neurowissenschaften für eine bessere Unterricht- und Lerngestaltung ableiten? Damit setzt sich die Neurodidaktik auseinander, die heuer einen Schwerpunkt der "Initiative Gehirnforschung Steiermark" (INGE St.) bildet. Zusammen mit der Pädagogischen Hochschule und der Grazer Univ.-Klinik für Radiologie der Med Uni Graz lädt INGE St. am Montag und Dienstag zu Vorträgen und einem Symposium.

"Mind, Brain and Education"

Mit einem neuen interdisziplinären Ansatz "Mind, Brain and Education" wäre es möglich, aus Erkenntnissen über das sich entwickelnde menschliche Gehirn Empfehlungen für pädagogische und schulpolitische Maßnahmen abzuleiten. Erkenntnisse der Lehr-Lern-Forschung könnten wiederum in den Kognitiven Neurowissenschaften neue Hypothesen und Fragestellungen aufwerfen.

Über die Chancen und Grenzen von "Mind, Brain and Education" referiert am kommenden Montag Daniel Ansari von der kanadischen University of Western Ontario in der Aula der Pädagogischen Hochschule Steiermark. Ansari selbst forscht im Bereich der Zahlenverarbeitung.

Am Dienstag darauf lädt INGE St. zusammen mit der Grazer Universitätsklinik für Radiologie zum Symposium "Neuronale Grundlagen erfolgreichen Mathematiklernens". Neben Ansari wird Anja Ischebeck von der Univ.-Klinik für Neurologie von der Medizinischen Universität Innsbruck über "Brüche" und ihre mentale Repräsentation sprechen.

Studie: Neuronale Aktivierungsmuster und Mathematik

Danach wird Roland Grabner von der Radiologie eine gemeinsame Studie der Univ.-Klinik und dem Institut für Psychologie präsentieren. Darin wurde untersucht, ob und wie sich neuronale Aktivierungsmuster während der Bearbeitung numerischer Aufgaben zwischen Personen mit geringer und höherer mathematischer Kompetenz unterscheiden.

25 männliche Studierende, die zwar unterschiedlich gut in Mathematik, aber grundsätzlich vergleichbar intelligent waren, hatten eine Zahlenvergleichsaufgabe und Multiplikationsaufgaben zu lösen. Die Messdaten der Funktionellen Magnetresonanztomographie zeigten, dass jene Studenten, die gute Mathematiker waren, verstärkt Gehirnregionen aktivierten, die für das mathematische Verständnis wichtig sind.

Bei den "schlechteren" Probanden arbeitete das Gehirn hingegen großflächiger. Es wurden Areale aktiviert, die auf eine stärkere Beanspruchung allgemeiner Aufmerksamkeitsressourcen hindeuten. Die Studie wurde im Herbst 2006 durchgeführt, nun laufen noch die Auswertungen, berichtete Christa Neuper von INGE St. (APA)

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    Die "Initiative Gehirnforschung Steiermark" setzt sich heuer damit auseinander, was beim Lernen im Gehirn vor sich geht.

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