Erstes jüdisches Theaterfestival in Wien

8. März 2007, 16:12
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Internationales Treffen mit Künstlern und Vortragenden aus über 15 Ländern unter dem Namen "Tikun Olam" ab 18. März

Wien - Unter dem Namen "Tikun Olam" findet vom 18. bis 24. März in Wien erstmals ein Festival des internationalen jüdischen Theaters statt. Das Projekt, bei dem kreative Beispiele gegenwärtiger jüdischer Theaterkunst gezeigt werden, soll Grundlage zum Dialog und friedvollen Austausch zwischen Juden und Nichtjuden sein. Neben Vorstellungen gibt es im Rahmen eines "Weltkongress jüdischer Theater" auch Diskussionen und Vorträge.

Bei dem siebentägigen, vom "Jüdische Theater Austria" und der "Association for Jewish Theater" organisierten Festival, sind Beiträge von Künstlern aus über 15 Länder zu sehen. "Wir gehen der Frage nach, was es bedeutet jüdisch zu sein - jüdisch zu sein in der heutigen Welt und in Wien", erklärte der künstlerische Leiter des "Jüdischen Theater Austria", Warren Rosenzweig, bei der Pressekonferenz am heutigen Donnerstag.

Rosenzweig bezeichnete das Programm als erfrischend und provokativ und betonte: "Die primäre Funktion des jüdischen Theaters ist es Leute mit anderen Erfahrungen zu zeigen und nicht Mainstream zu sein. Wir zeigen, was Motive sein können, anders zu sein." Bestes Beispiel dafür sei "Chandelier" (20.3.) von Steven Cohen.

Kongress der Vielfalt

Auf der ganzen Welt gibt es über 15.000 jüdische Theater. Um die Vielfalt der jüdischen Schauspielkunst kennen zu lernen, müsse man sich der Diskussion mit den jüdischen Theatermachern stellen. Dies erfolgt im Rahmen des "Weltkongress jüdischer Theater", der zum ersten Mal außerhalb Nordamerikas stattfindet und erstmals teilweise öffentlich zugänglich ist. Rosenzweig: "Wir wollen auch die jüdische Kultur Wiens vermitteln. Das Programm ist eine Art Tour, quer durch Wien, zu verschiedenen historischen Plätzen. Viele der jüdischen Besucher sind zum ersten, zweiten oder letzten Mal in Wien."

Das Festival startet mit dem Wort "Hitler" (18.3., Podiumsdiskussion: "Hitler hinter uns") und endet mit der Abschlussparty am 24. unter dem Motto "Frei!". Die Vorstellungen finden u.a. im "The Window" (7., Kandlgasse 6) und im Theater des Augenblicks statt. "Tikun Olam" bedeutet "die Heilung von Zerbrochenem". Dieser uralte Aufruf zu einem positiven Neubeginn aus den Erfahrungen der Vergangenheit ist für das "Jüdische Theater Austria" seit der Gründung im Jahr 1999 ein zentrales Anliegen und wird in seinem Logo durch einen zerbrochenen Bleistift symbolisiert. (APA)

Links:
- tikunolam.at
- jta.at
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