Atomgegner: Temelin-Störfall gravierender als angegeben

26. März 2007, 17:05
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Radioaktive Borsäure soll Reaktorhülle verseuchen

Linz - Radioaktive Borsäure verseuche die Außenhülle des Reaktors im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin. Eine langwierige Dekontaminierung sei notwendig. Das teilte die Plattform "atomstopp_oberoesterreich" am Donnerstag in einer Presseaussendung mit. Die am Mittwoch bekannt gewordene neuerliche Panne, bei der 1.100 Liter Kühlflüssigkeit ausgeflossen sind, sei "wesentlich gravierender als zugegeben".

"Nach Information der Temelin-Betreiber ist beim 101. Störfall Borsäure in ein dafür vorgesehenes Auffangbecken geflossen. Dass diese Reinigung nun 14 Tage dauern soll, lässt berechtigte Zweifel über die wahrheitsgemäße Mitteilung" aufkommen, so Manfred Doppler von atomstopp_oberoesterreich.

"Nach unseren Informationen wurden durch das Leck, durch das die Borsäure ausgetreten ist, auch Leitungen und Isolierungen außerhalb des Reaktors radioaktiv verseucht, die jetzt aufwendig und unter Strahlenschutz zerlegt und gereinigt werden müssen. Dies erklärt auch, dass die Dekontaminierung zwei Wochen lang dauert", so Manfred Doppler weiter. Er beruft sich auf den Risikoforscher Wolfgang Kromp von der Universität Wien. Dieser habe bestätigt, dass die Dauer der Arbeiten darauf hindeute, "dass der Störfall gravierender war als berichtet und nicht nur Reinigungsarbeiten sondern wahrscheinlich auch Reparaturen nötig sein werden".

Doppler kritisierte, die Kraftwerksbetreiber und die tschechische Atomaufsichtsbehörde würden neuerlich versuchen, "den Störfall zu verharmlosen". Er verlangte erneut die sofortige Einbringung einer Völkerrechtsklage. (APA)

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