Steirische Erdefunkstelle erhält "Schüssel" für Afrika-Verbindung

9. März 2007, 09:34
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Anlage in Aflenz als Knotenpunkt für Satelliten - Telekom Austria sieht in Afrika enormes Wachstumspotenzial

Die Erdefunkstelle im obersteirischen Aflenz erhält ab 2008 eine neue 16 Meter-Durchmesser-Antenne, die auf den in Bezug auf Satellitenkommunikation stark wachsenden Kontinent Afrika ausgerichtet sein wird. Dies teilte die Telekom Austria am Donnerstag mit. Zur Stärkung ihrer Satelliten-Kompetenz in Afrika soll die Installation beim Teleport Aflenz ab nächstem Jahr als Uplink-Station für den neuen Satelliten "Telestar 11N" von Kooperationspartner Loral Skynet zur Verfügung stehen. Damit reagiere man auf das stark wachsende Internetgeschäft am afrikanischen Kontinent.

Ergänzend zum traditionellen Sprachgeschäft habe man sich vor allem mit der Anbindung von Internet Service Providern (ISP) an internationale IP-Backbones einen Ruf erworben, so die Telekom: So sei man der fünftgrößte Anbieter von IP-Verbindungen in den Ländern Iran, Irak und Libanon. Für das Afrikageschäft habe man in Aflenz mit dem Betrieb mehrerer Großantennen für Satellitendienstbetreiber und der günstigen geografischen Lage der Erdefunkstelle für die Ausleuchtung des Nahen und Mittleren Ostens und des Afrikas schon bisher die Anforderungen dortiger Business-Kunden mit bedarfs- und nutzenorientierten Lösungen bedient.

Gemäß Internet World Stats betrug die Internet-Wachstumsrate in Afrika zwischen 2000 und 2007 rund 626 Prozent. Die Durchdringung mit Internet lag 2006 in Afrika bei rund vier Prozent. Von rund 1,1 Milliarden weltweiten Internet-Anwendern entfielen drei Prozent auf Afrika. Heute gebe es aber laut Telekom Austria erst zehn afrikanische Länder, die beim Digital Access Index (DAI) ein mittleres ICT-Rating (Information and Communication Technology) haben. In ganz Afrika sind rund 300 Internet Points of Presence (PoP) in Betrieb, ein Drittel davon entfällt auf Südafrika. Nimmt man dieses Land - mit seinem konsolidierten Internetmarkt mit rund einem Dutzend großen Anbietern und rund 200 kleinen Internet Service Providern zur Bedienung von Nischen - aus, sind am afrikanischen Markt rund 600 Provider aktiv.

Im Hinblick auf die größtenteils fehlende terrestrische Infrastruktur mit nur einem großen Seekabelring um den Kontinent - der fast nur die Hauptstädte versorgt - und in Bezug auf Zugangserleichterungen wie die günstige Einwahl ins Internet zum Ortstarif in vielen Ländern bestehe am Kontinent enormes Wachstumspotenzial. Dies sei auch durch die sich in Afrika entwickelnden Video Broadcasting Services bedingt, hieß es. (APA)

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