Gewinneinbruch bei Telegate 2006

16. März 2007, 10:05
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Österreich-Geschäft stagniert - Hohe Werbekosten drückten Ergebnis - Dividende soll dennoch stabil bleiben

Die zweitgrößte deutsche Telefonauskunft Telegate will ihre Dividende trotz eines Gewinneinbruchs stabil halten. Wegen hoher Werbeausgaben für den Aufbau des Geschäfts in Frankreich sei der Überschuss 2006 auf sechs Mio. Euro von 27 Mio. Euro im Vorjahr geschrumpft, teilte Telegate am Donnerstag mit. Der Umsatz kletterte hingegen um knapp ein Fünftel auf 179 Mio. Euro. In Österreich, wo das Unternehmen die Telefonauskunft "11880" betreibt, stagnierte das Geschäft aber.

Ausrichtung

"Im Sinne einer langfristig orientierten Dividendenpolitik werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung der Hauptversammlung eine Ausschüttung in Höhe von je 0,65 Euro vorschlagen", hieß es. Insgesamt schüttet Telegate mit 13,6 Mio. Euro mehr als das Doppelte des Konzerngewinns aus und einen Großteil des Gewinns der Kerngesellschaft Telegate AG, aus dem die Dividende gezahlt wird. Die AG habe 19,3 Mio. Euro verdient, sagte Finanzvorstand Ralf Grüßhaber in einer Telefonkonferenz.

Während das Geschäft in Italien und Spanien besser gelaufen seien, habe der Umsatz in Deutschland und Österreich 2006 nicht gewachsen. In Frankreich fuhr Telegate im zweiten Jahr in Folge mit 31,3 Mio. Euro mehr Verlust als Umsatz ein. "Das ist eine ganz normale Entwicklung", sagte Grüßhaber. Da Telegate erst seit wenigen Jahren in Frankreich aktiv sei, müsse die Marke mit Millionensummen für Werbung bekannt gemacht werden.

Das Unternehmen kündigte für das laufende Jahr aber eine Trendwende an. Telegate werde die Rendite verbessern, sagte Firmenchef Andreas Albath. In Frankreich werde der Verlust deutlich reduziert. Das Ziel eines operativen Konzerngewinns (Ebitda) von 50 Mio. Euro im laufenden Jahr nannte Albath "ambitioniert und anspruchsvoll, aber erreichbar". 2006 hatte das Betriebsergebnis bei 17 Mio. Euro gelegen.

Im jahrelangen Rechtsstreit mit der Deutschen Telekom um angeblich zu viel bezahlte Beträge für Telefondaten rechnet Albath im Berufungsverfahren mit einem erneuten Sieg für sein Haus. "Wir sind absolut zuversichtlich, dass wir Erfolg haben werden." Die zweite Instanz werde bald entscheiden. (APA/Reuters)

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