Mobilkom Austria will 100 Mio. Euro Schadenersatz für Kosovo-Lizenz

8. März 2007, 17:06
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Klage beim Obersten Gerichtshof erhoben - Ausschreibung der Mobilfunk-Lizenz im Kosovo war nach Ansicht der Mobilkom intransparent

Die Mobilkom Austria, die bei der Ausschreibung der zweiten Mobilfunk-Lizenz in der südserbischen Provinz Kosovo leer ausgegangen ist, fühlt sich ungerecht behandelt und fordert nun 100 Mio. Euro Schadenersatz von der Telekommunikationsbehörde des Kosovo. Man habe sich an den Obersten Gerichtshof des Kosovo gewandt, sagte Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes am Donnerstag zur APA.

Summe

Die vom kosovarischen Mobilkom-Anwalt Bejtus Isufi gegenüber der serbischen Nachrichtenagentur Beta genannte Klagssumme von 100 Mio. Euro wollte die Sprecherin nicht bestätigen.

Sorgfalt

Der Gang vor Gericht sei auf Grund der kaufmännischen Sorgfalt notwendig gewesen, so Mattes. Nach Ansicht der Mobilkom war die Ausschreibung intransparent, man wisse nicht einmal, warum man verloren habe. Den Zuschlag hatte ursprünglich das Konsortium Kosmocell bekommen, das aber die vereinbarte Konzessionsgebühr von 81 Mio. Euro nicht bezahlte. In der Folge kam als zweitgereihter Bieter die slowenische Telekom Slovenije zum Zug, die bereits 75 Mio. Euro überwiesen hat und um 10 Mio. Euro mehr geboten hatte als die Mobilkom Austria.

Die slowenische Telekom sieht keine Gefahr, dass sie ihre Mobilfunklizenz wieder verlieren könnte. "Indem wir die Gebühr bezahlt haben, haben wir die Ausschreibung gewonnen und halten damit die Sache für beendet," sagte ein Sprecher der Telekom Slovenije zur slowenischen Nachrichtenagentur STA.

Lizenz

Laut Beta will auch Kosmocell die Lizenzvergabe an die Slowenen anfechten. Offizielle UNMIK-Vertreter, die das Kosovo im Namen der UNO verwalten, wollten zu diesem Vorfall keine Stellungnahme abgeben. (APA)

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