UNO-Sicherheitsrat verurteilt "allgegenwärtige Gewalt" aufs Schärfste

8. März 2007, 14:01
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"Krankheit, die gestoppt werden kann": Alle Mitglieder hätten die Pflicht, Straflosigkeit bei Verbrechen gegen Frauen zu beenden

New York - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat zum Internationalen Frauentag ein Ende der "allgegenwärtigen Gewalt" gegen Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten gefordert. Das Töten, Verstümmeln, Vergewaltigen, Entführen und der Handel mit Frauen und Mädchen würden auf das Äußerste verurteilt, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung des Sicherheitsrats. Alle 192 UNO-Mitglieder hätten die Pflicht, die Straflosigkeit bei derartigen Taten zu beenden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Gewalt gegen Frauen stand im Mittelpunkt des diesjährigen Frauentags am Donnerstag und einer zweiwöchigen Sitzung der Kommission zum Status der Frauen, die am Freitag endet. Um die Gewalt gegen Frauen zu beenden, müssten auch alle Formen der Diskriminierung von Frauen beseitigt werden, erklärte Rachel Mayanja, die Sonderbeauftragte von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon für Geschlechterfragen. Frauen und Mädchen seien jeden Tag in jedem Land Gewalt ausgesetzt, sagte Mayanja. Gewalt gegen Frauen sei "Ursache und auch Folge der Diskriminierung von Frauen".

Voraussetzung politischer Wille

Noeleen Heyzer, leitende Direktorin des UNO-Entwicklungsfonds für Frauen erklärte, in den vergangenen zehn Jahren seien mehr als 13 Millionen Dollar (zehn Millionen Euro) für über 230 Initiativen in mehr als 100 Ländern zur Verfügung gestellt worden um zu zeigen, dass die Beendigung der Gewalt gegen Frauen möglich sei. "Es ist eine Krankheit, die gestoppt werden kann, den politischen Willen und die Mittel vorausgesetzt."

Heyzer verwies darauf, dass es in 89 Ländern Gesetze gegen häusliche Gewalt gibt, dass 104 Länder Vergewaltigungen in der Ehe unter Strafe stellen, dass es in 90 Staaten Vorschriften gegen sexuelle Belästigung gibt und dass in 93 Staaten der Mädchen- und Frauenhandel unter Strafe steht. Die Zahl der Länder mit derartigen Gesetzen nehme weiter zu, sagte Heyzer. Die Umsetzung sei aber oft nur unzureichend, räumte sie ein.

Der Sicherheitsrat forderte in seiner Resolution den UNO-Generalsekretär auf, mehr Frauen in hohe Ämter von Friedensmissionen zu berufen. Sie sollten besonders verstärkt bei den Militärbeobachtern, der Polizei und in Menschenrechtsorganen eingesetzt werden. (APA/AP)

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    Gewalt gegen Frauen ist "Ursache und auch Folge der Diskriminierung von Frauen".
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