HypoVereins-Aktie fällt weiter

25. Juli 2000, 19:08

Übernahmeprämie schmilzt

Wien/Frankfurt - Die Prämie für die Bank-Austria-Aktionäre, die ihre Titel in Hypo-Vereinsbank-Aktien umtauschen sollen, ist am Dienstag weiter dahingeschmolzen. Die HVB-Aktie fiel am Dienstag weitere zwei Prozent und notierte am Nachmittag bei 63,40 Euro. Damit lag der Wert um mehr als sieben Prozent unter dem Schlusskurs am Freitag, der als Grundlage für die Bewertung des am Samstag beschlossenen Zusammenschlusses genommen wurde. Statt dem Gewinn von 34 Prozent haben BA-Aktionäre damit nur noch ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem BA-Durchschnittskurs der letzten 30 Tage. Viele von ihnen nahmen jedoch die kräftigen Gewinne der letzten Tage mit und verkauften ihre Anteile, statt auf den Umtausch gegen HVB-Aktien zu warten. Der Kurs fiel um ein Prozent auf 59,70 Euro.

Bis zum offiziellen Umtausch Anfang 2001 in einem Verhältnis 1:1 sollten sich die Kurse der beiden Titel vollständig angleichen. Offen aber ist, ob die BA-Aktie weiter steigt oder die HVB-Aktie fällt. Während die Verluste des Vortages vor allem auf die Halbjahreszahlen zurückgeführt wurden, die schwächer als erwartet ausgefallen sind, schien am Dienstag im Markt die Skepsis über den Zusammenschluss zuzunehmen.

HVB-Chef Albrecht Schmidt zeigte sich hingegen davon überzeugt, dass die Märkte die Fusion gutheißen und die Aktie in die Höhe treiben werden. Derzeit werde noch viel kurzfristige Arbitrage betrieben, doch dann würden langfristige Investoren einsteigen, sagte er. Lange Zeit hätten die Märkte die Bank Austria unterbewertet, weil sie dem Vorstand nicht zugetraut hätten, die Ertragsziele zu erreichen. "Jetzt glauben sie diese Zahlen erst", sagte er mit Hinweis auf die 175 Mio. EURO (2,4 Mrd. S), die die Bank Austria in den kommenden Jahren einsparen will. Deshalb habe er sie auch zum gesamten Synergiepotenzial des Zusammenschlusses dazugezählt.

Theoretisch könnte ein anderes Unternehmen jetzt ein höheres Gegenangebot für die Bank Austria machen, was bei Fusionsankündigungen in anderen Ländern auch tatsächlich immer wieder passiert. Im Falle der BA wird damit aber nicht gerechnet, weil eine feindliche Übernahme von den Kernaktionären vereitelt werden kann. (ef)

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