IAEO beschließt Halbierung der technischen Hilfe

15. März 2007, 16:37
16 Postings

Konfrontationskurs im Streit um Teherans Atomprogramm: Neue Sanktionen, keine Gespräche

Das Rad der Sanktionen gegen Teheran dreht sich weiter: Die Internationale Atomenergiebehörde in Wien hat wie erwartet technische Programme mit dem Iran gestrichen.

***

Wien/Teheran - Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) hat am Donnerstag die technische Hilfe für das Atomprogramm des Iran um fast die Hälfte gekürzt. Mit der Streichung von 22 der insgesamt 55 Projekte erfüllte die Atombehörde in Wien die Forderungen der im Dezember 2006 verabschiedeten UN-Resolution 1737. Sie verbietet unter anderem die Lieferung von technischer Ausrüstung, die von Teheran zum Ausbau seiner Urananreicherung oder zur heimlichen Entwicklung von Atomwaffen missbraucht werden könnte.

Der Gouverneursrat hatte bereits im November 2006 einen Antrag Teherans auf finanzielle und technische Unterstützung für den Bau seines umstrittenen Schwerwasserreaktors bei Arak abgelehnt. Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass der Iran den Besitz von Atomwaffen anstrebt. Teheran hat dies bisher energisch bestritten.

Die iranische Führung kritisierte die erwartete Entscheidung des Gouverneursrats scharf. Die Arbeiten an der Urananreicherung würden dadurch nicht beeinflusst, erklärte der iranische Botschafter Ali Asghar Soltanieh.

Präzedenzfall

Bei der Mehrheit der 35 blockfreien Staaten stießen die Sanktionen am Ende auf Zustimmung. Mehrere Entwicklungsländer hatten befürchtet, die Kürzungen könnten einen Präzedenzfall darstellen und die technische Hilfe der IAEO für die zivilen Projekte dieser Länder gefährden. In den kommenden zwei Jahren unterstützt die IAEO weltweit 800 Projekte, die meisten davon in den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft. Programme zur Verwendung von radioaktiver Technik bei der Herstellung von Medikamenten oder bei Saatgut in der Landwirtschaft fallen nicht unter die Strafmaßnahmen der IAEO gegen den Iran. (dpa, red/DER STANDARD, Printausgabe, 9.3.2007)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    August 2005: Ein UN-Inspektor installiert eine Kamera in einer Atomanlage in Isfahan.

Share if you care.