Ulrike Rabmer-Koller

3. April 2007, 13:25
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Mit ihrem Unternehmen saniert Ulrike Rabmer-Koller Rohrleitungen in Osteuropa. Als Kammervize will sie mitgestalten - ein Porträt

Für sie sei es "ganz normal" gewesen, mit den Eltern ins Büro zu gehen. So empfand sie es als Selbstverständlichkeit, den Familienbetrieb zu übernehmen. Erst an den Reaktionen mancher Geschäftspartner habe sie gemerkt, dass ihr Werdegang ungewöhnlich war. Die 40-Jährige ist Geschäftsführerin der Rabmer Bau-Gruppe mit zwölf Firmen in zehn Ländern, Hauptsitz ist ein alter Vierkant-Bauernhof in Altenberg bei Linz.

"Wir sanieren Rohrleitungen grabungsfrei. Die Vorteile sind erstens die kurze Bauzeit, zweitens sind wird damit um 20 bis 30 Prozent günstiger, drittens verhindern wir Verkehrsstaus und viertens wird die Umwelt geschont", listet die studierte Betriebswirtin kauf. Die Kennzahlen des Unternehmens: 260 Mitarbeiter, 39 Millionen Euro Jahresumsatz, 58 Prozent davon durch Auslandsgeschäfte.

Von Oberösterreich in die Welt

Der Weg der Internationalität sei für das Unternehmen wichtig gewesen, so konnte "der Standort Oberösterreich gefestigt werden", so die Geschäftsführerin. Ihre Eltern hatten in den 60er-Jahren für die oberösterreichische Landesregierung Flussregulierungen durchgeführt. Heute heißt das Geschäft der Zukunft Rumänien, Polen, Ungarn.

Die zierliche Frau vermittelt ihrem Gegenüber nicht den Eindruck, in irgendeiner ihrer Entscheidungen zögerlich zu sein. "Wissen Sie, als Frau in einer leitenden Funktion in einer männerdominierten Branche wird man mehr beobachtet."

Rabmer-Koller ist Mutter einer 10-jährigen Tochter und eines 9-jährigen Buben. "Die Kinder sind nur 13 Monate auseinander" – eine bewusste Entscheidung. Ihr Mann erklärte, "für die Kindererziehung da zu sein". Um Rahmenbedingungen mitgestalten zu können, hat Rabmer-Koller ein Amt übernommen. Sie wurde 2003 als erste Frau Vizepräsidentin in der Wirtschaftskammer OÖ und tritt für ein Bonusprinzip für Betriebe, die flexible Arbeitszeitmodelle schaffen, ein. (Kerstin Scheller, DER STANDARD print, 8.3.2007)

  • Ulrike Rabmer-Koller saniert mit ihrem Unternehmen Rohrleitungen in Osteuropa.
    foto: privat

    Ulrike Rabmer-Koller saniert mit ihrem Unternehmen Rohrleitungen in Osteuropa.

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