Erneut Friedenstruppe angegriffen

15. März 2007, 15:18
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Zwei Tote - Rund 800 Soldaten der Afrikanischen Union in Mogadischu eingetroffen

Mogadischu - In Somalia sind am Mittwoch den zweiten Tag in Folge Soldaten der Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) angegriffen worden. Bei einem anschließenden Gefecht in der Hauptstadt Mogadischu seien drei Zivilisten verletzt worden, berichteten Augenzeugen. In Mogadischu sind inzwischen rund 800 AU-Soldaten aus Uganda eingetroffen. Die Truppen wurden am Dienstag kurz nach ihrer Ankunft am Flughafen mit Granaten beschossen. Bei Gefechten kamen nach Polizeiangaben drei Menschen ums Leben.

Die vom UNO-Sicherheitsrat bewilligte Friedensmission für Somalia soll insgesamt 8.000 Mann umfassen und das Land am Horn von Afrika nach der Zurückdrängung der islamistischen Milizen mit Unterstützung äthiopischer Soldaten zum Jahreswechsel stabilisieren. Dadurch konnte die von den Vereinten Nationen unterstützte, aber schwache Übergangsregierung erstmals seit ihrer Einsetzung im Jahr 2004 in der Hauptstadt Mogadischu einziehen. Äthiopien will seine Truppen, die zu Weihnachten 2006 offen auf der Seite der somalischen Übergangsregierung in die Kämpfe eingegriffen hatten, schnellstmöglich zurückziehen.

Islamisten-Kommandant ruft zu "Widerstand gegen die Besatzung Somalias" auf In dem Gebiet um den Flughafen von Mogadischu seien Raketen und Granaten auf ein weißes Panzerfahrzeug der Afrikanischen Union (AU) abgefeuert worden, berichteten Augenzeugen. Auch zwei Lastwagen mit äthiopischen Soldaten seien unter Beschuss geraten. Demnach wurden zwei Zivilisten getötet und sieben weitere verletzt. Nach AU-Angaben wurden keine Soldaten der Friedenstruppen verletzt.

Die Raketen hätten ein nahe gelegenes Restaurant getroffen, berichtete ein Augenzeuge. AU-Soldaten haben das Feuer demnach erwidert. Auch Regierungstruppen, die sich in der Nähe aufhielten, hätten geschossen.

Ein Kommandant der Islamisten rief in einem örtlichen Hörfunksender zum "Widerstand gegen die Besatzung Somalias" durch äthiopische und andere Truppen auf. Bei dem Befehlshaber handelte es sich offenbar um Aden Hashi Ayro, der im Jänner bei Angriffen der US-Luftwaffe auf mutmaßliche Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida im Südsudan verletzt worden sein soll.

Die Afrikanische Union teilte unterdessen mit, sie werde zur Stabilisierung der Lage weitere Soldaten nach Somalia schicken. Ein AU-Sprecher in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba sagte, mehrere hundert zusätzliche ugandische Soldaten seien am Mittwoch bereits eingetroffen. Ein erstes Kontingent von 370 ugandischen AU-Soldaten war am Dienstag bei der Ankunft am Flughafen von Mogadischu mit Mörsergranaten angegriffen worden.

Die AU-Friedenstruppe soll das Land stabilisieren. Neben Uganda wollen Nigeria, Ghana, Malawi und Burundi Truppen in das Land am Horn von Afrika entsenden. Ziel ist es, Äthiopien als Ordnungsmacht in Somalia abzulösen. Die Islamisten haben gegen die ausländischen Truppen im Land einen Heiligen Krieg ausgerufen. (APA/AP)

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